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Freitag, 13.04.2018

Dresdner Kreuzkantor muss aussetzen

Kreuzkantor Roderich Kreile fällt wegen einer Operation für längere Zeit aus. Sein neuer Vize übernimmt seinen Job, selbst das Gipfeltreffen mit den Wienern Sängerknaben.

Von Bernd Klempnow

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Der Kreuzchor unter Kreuzkantor Roderich Kreile hat im Dezember 2015 erstmals unter freiem Himmel einen Weihnachtsliederabend zum Mitsingen im Stadion veranstaltet.
Der Kreuzchor unter Kreuzkantor Roderich Kreile hat im Dezember 2015 erstmals unter freiem Himmel einen Weihnachtsliederabend zum Mitsingen im Stadion veranstaltet.

© Ronald Bonß

Kreuzkantor Roderich Kreile muss sich einer dringenden Operation unterziehen und wird voraussichtlich bis zur Sommerpause ausfallen. Der 61-Jährige wird am Herzen operiert, laut den Ärzten ein Routineeingriff, bestätigte die Chorleitung am Freitag.

An seiner Stelle wird Kreiles neuer Stellvertreter, Chordirektor Wolfgang Behrend, alle Aufgaben der laufenden Saison übernehmen. Der gebürtige Dresdner, seit Oktober beim Kreuzchor angestellt, leitet die Kruzianer bei den Gottesdiensten, Vespern und der Sommertournee in Deutschland. Außerdem übernimmt die „rechte Hand“ von Kreile Einstudierung und Dirigat der traditionellen Serenade im Schlosspark Pillnitz am 20. Mai und des für den 3. Juni während der Dresdner Musikfestspiele geplanten Gipfeltreffens des Kreuzchores und der Wiener Sängerknaben. Beide Chöre gestalten mit der Staatskapelle Halle in der Kreuzkirche Werke von Bernstein und Schubert.

Für Beobachter kommt der Eingriff nur bedingt überraschend. Roderich Kreile, der seit 1997 der 28. evangelische Kreuzkantor ist, powert seit einigen Jahren mit dem Chor. Vor allem seit dem 800-jährigen Jubiläum des Klangkörpers 2016 ist das Ensembles erheblich mehr präsent: mit Konzerten auch jenseits der Kreuzkirche, mit medienwirksamen Auftritten etwa beim Semperopernball oder bei den Salzburger Osterfestspielen. Vor allem das seit drei Jahren im DDV-Stadion von Dynamo stattfindende Adventskonzert begeistert zehntausende Zuhörer live im Stadion und Hunderttausende bei den Übertragungen des MDR.

Kritiker warfen der Chorleitung eine Überforderung der Knaben und einen Ausverkauf christlicher Werte vor. Kreile verwahrte sich dagegen. Die Jungs hätten sichtlich Spaß, und die Pflege christlich humanistischer Werte sei „unverändert ein hohes Gut in der Erziehung und Förderung“ der knapp 150 Kruzianer. Freilich gestand er in Hoch-Zeiten ein: „Die Arbeit mit den Jungs motiviert mich, aber ich bin mitunter froh, wenn ich’s überlebe!“

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Holzmann

    Naja, Herzprobleme bekommt man ja nun eher nicht vom vielen Dirigieren! Das Gegenteil ist da ja erwiesen.

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