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Donnerstag, 24.03.2016

Drei Streifen und ein Raubtier

Diese Familiengeschichte musste einfach verfilmt werden. Adidas und Puma, zwei große Marken aus einer Familie. Und doch sind die Brüder Konkurrenten.

Von Klaus Braeuer

Ken Duken (l.) spielt den kreativen Adolf Dassler, Torben Liebrecht ist als Rudolf Dassler der Verkäufer für die Sportschuhe der beiden – bis sich ihre Wege trennen.
Ken Duken (l.) spielt den kreativen Adolf Dassler, Torben Liebrecht ist als Rudolf Dassler der Verkäufer für die Sportschuhe der beiden – bis sich ihre Wege trennen.

© dpa

Sportschuhe hat jeder zu Hause, nicht nur zum Sport treiben. Die Marke ist dabei für viele egal. Aber nicht für jeden. Und schon gar nicht für Adolf und Rudolf Dassler. Denn die beiden Brüder sind Sportschuhfabrikanten. Der eine machte Adidas zur Weltmarke, der andere Puma. Gestartet sind beide gemeinsam, doch dann gab es Krach.

RTL erzählt in „Duell der Brüder – Die Geschichte von Adidas und Puma“. Im Anschluss läuft gleich noch die Dokumentation „Adidas vs. Puma – Die Geschichte des Dassler-Clans“. Im Spielfilm werden 30 Jahre aus dem Leben der zwei Brüder Adolf (Ken Duken) und Rudolf Dassler (Torben Liebrecht) geschildert. 1924 bauen sie eine kleine Schuhmanufaktur im fränkischen Herzogenaurach auf. Durch die perfekte Zusammenarbeit des Tüftlers Adi und des Verkaufstalents Rudi entsteht schnell ein erfolgreicher Betrieb, der sich auf Sportschuhe aller Art spezialisiert.

Während des Zweiten Weltkriegs kommt die Produktion von Schuhen fast zum Erliegen, die Brüder müssen stattdessen Panzerfäuste bauen. Nach Kriegsende wird der Betrieb entnazifiziert, rasch stellt sich neuer Erfolg ein. Doch die beiden Brüder liefern sich alsbald ziemlich alberne und heftige Streitereien, und auch ihre Frauen Käthe (Picco von Groote) und Friedl (Nadja Becker) mischen kräftig mit, nach der Devise: meine Schuhe/deine Schuhe, meine Frau/deine Frau.

1948 wird das Stammwerk schließlich in die zwei späteren Weltkonzerne Adidas und Puma aufgeteilt. 1954 bei der Fußball-WM in der Schweiz kann sich Adi mit seinen Schuhen durchsetzen, die auf dem nassen Platz einfach besser sind – getreu seinem Motto: „Irgendwann tragen die besten Sportler der Welt meine Schuhe.“

„Es ist einfach eine faszinierende Familiengeschichte in einer unglaublich spannenden Zeit“, sagt Produzent Uwe Kersken über den Film. „Diese ,Viererbande‘ war es, die beiden Ehepaare, die während ihres größten Erfolges unter einem Dach wohnen mussten. Sie sind auf Gedeih und Verderb aneinander gefesselt.“

„Was bringt zwei Brüder dazu, zunächst gemeinsam so erfolgreich zu sein und sich dann so grandios zu überwerfen?“, ergänzt Mitproduzent Christian Schnalke.

Der Film bietet gute Schauspieler, eine tolle Ausstattung, flotte Musik, rasante Schnitte und eine etwas zu moderne Sprache – beim ersten Treffen mit den späteren Gattinnen hat man sich damals ganz sicher nicht geduzt. Autor Christian Schnalke und Regisseur Oliver Dommenget greifen durchaus einige wenige historische Wahrheiten auf, aber sie fügen umso ausführlicher allerhand fiktionale Freiheiten hinzu, die nicht all zu viel Platz für Tiefgang bieten. Insgesamt jedoch bleibt RTL seinem eingeschlagenen Weg treu, relevante zeitgeschichtliche Fictionfilme zu produzieren.

Die ARD arbeitet übrigens gerade an einem ganz ähnlichen Projekt mit dem Arbeitstitel „Die Dasslers“. Der Zweiteiler kommt voraussichtlich noch in diesem Herbst ins TV-Programm. (dpa)

„Duell der Brüder“, Karfreitag 20.15 Uhr, RTL; Doku „Adidas vs. Puma – Die Geschichte des Dassler-Clans“, 22.45 Uhr, RTL

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