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Montag, 09.01.2017

Drama um Schuld und Sühne

Jan Josef Liefer ermittelt als Kommissar Jan Holzer in einem spannenden ZDF-Thriller.

Von Klaus Braeuer

Hauptkommissar Holzer (Jan Josef Liefers) nimmt im Hafen von Wilhelmshaven die Ermittlungen auf. Gemeinsam mit zwei Kriminaltechnikern wartet er neben dem Sarg für die aufgefundene Leiche.
Hauptkommissar Holzer (Jan Josef Liefers) nimmt im Hafen von Wilhelmshaven die Ermittlungen auf. Gemeinsam mit zwei Kriminaltechnikern wartet er neben dem Sarg für die aufgefundene Leiche.

© ZDF

Ein Mann liegt in der Badewanne. Draußen auf See vor Wilhelmshaven birgt ein Angler eine Leiche, die in Segeltuch gewickelt ist. So beginnt der Thriller „Mörderische Stille“, der am Montag im ZDF zu sehen ist. Es bleibt nicht bei einem Toten.

Der Mann in der Wanne ist Kriminalhauptkommissar Jan Holzer. Er findet heraus, dass der Tote 1989/90 ein Offizier der niederländischen KFOR-Truppen im Kosovo war. Dann wird der Seilmacher Miro erschossen.

Bei seinen Ermittlungen lernt Holzer den Segellehrer Michael Kühnert kennen, der früher als KSK-Soldat ebenfalls im Kosovo war, und seine gehörlose Frau Elena. Sie verständigen sich – auch mit ihrer Tochter Sabin – in Gebärdensprache. Das fasziniert Holzer sichtlich. Nächtens plagen ihn jedoch schwere Albträume, weil ihn eine alte Schuld verfolgt, samt Tinnitus, den auch der Zuschauer „hören“ kann. Seine Assistentin Amal Catack aus Berlin findet erst ein obskures Video und dann heraus, dass sich der Ermordete vor zehn Jahren einem Disziplinarverfahren in der Armee stellen musste – wegen Menschenhandels und Vergewaltigung während seines Dienstes. Catack kann nicht verhindern, dass Holzer entführt und von einem Segelboot aus in die See geworfen wird. Er überlebt aber.

Autor und Regisseur Friedemann Fromm hat einen psychologisch spannenden Politkrimi geschrieben und gedreht, bei dem einem der Kosovo-Krieg beängstigend nahegebracht wird. Es entspinnt sich ein Drama um Schuld und Sühne, und ganz allmählich wird außerdem ein schreckliches Familiengeheimnis enthüllt.

Jan Josef Liefers kann hier als traumatisierter Kommissar, der ein gehöriges Päckchen mit sich herumträgt, eine ungewohnt sanfte Seite zeigen, samt gehöriger Ernsthaftigkeit und einiger Melancholie. „So sauber und ordentlich geknotet“, murmelt er angesichts des Tuches, in das die Leiche gewickelt ist. Der ernste und sorgfältig recherchierte Film ist starker Tobak. Immerhin bietet er zumindest einige wenige witzige Dialoge. (dpa)

„Mörderische Stille“, 20.15 Uhr, ZDF