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Donnerstag, 18.05.2017 Das Dixie-Tagebuch

Dixieland-Festival startet mit Jubelfeier

Vor 40 Jahren gründete sich die IG Jazz, daraus ging später der Jazzclub Tonne hervor.

Von Peter Ufer

© Symbolfoto: dpa

Der Jazzclub Tonne gehört zu den legendären Räumen Dresdner Jazz-Enthusiasten. Sie vereinte das Interesse, jene Musik zu pflegen, die um 1900 in den Südstaaten der USA entstand. Damit verband sich aber nicht die Neigung, deutsch-amerikanische Beziehungen zu pflegen, sondern der Wunsch, ein Stück Freiheit zwischen Klassikpflege und offiziellen Arbeiter- und Bauernkompositionen auszuleben. Improvisation als Gegenbewegung zum verordneten und kontrollierten Alltag.

Doch da in der DDR alles seinen sozialistischen Gang gehen musste, gründeten die Freunde des Jazz innerhalb des Kulturbundes am 18. März 1977 eine Interessengemeinschaft, die IG Jazz. Ihr erstes Konzert fand im September statt, und später ging aus der Gemeinschaft der Jazzclub Tonne hervor. Der brauchte einen Ort. Also holten die Mitglieder aus dem Kellergewölbe des Kurländer Palais den Schutt heraus und bezogen das Gewölbe 1981. Und am Donnerstag wird dort das 40-jährige Jubiläum gefeiert. Mit dabei die Dresdner Musiker Günter „Baby“ Sommer, Micha Winkler, Lars Kutschke, Tom Götze, Ulrike Hausmann. Als Ehrengast geladen ist der 86-jährige Karlheinz Drechsel, der die IG Jazz einst mit aus der Taufe hob.

Der Enthusiasmus für den Jazz bringt seit Jahren in Dresden viele Bands hervor. Und so präsentieren beim Dixiefest in diesem Jahr zwölf Dresdner Kapellen ihr Repertoire. Dazu gehört der Altbestand wie die Blue Wonders, die seit 42 Jahren in gleicher Besetzung spielen und erstmals 1979 beim Festival auftraten. Halb so lange sind Mario Meusel und Christian Schöbel von 2Hot unterwegs, die seit zwei Jahrzehnten die Dresdner Musikszene bereichern. Was sich an Jazzern in der Stadt tummelt, ist wirklich bemerkenswert. Sämtliche Formationen, in denen Micha Winkler auftaucht sind ein Beispiel dafür. Beim Dixieland-Festival ist er mit Winkler-Brass dabei, die lässig von Oldtime über Polka bis zu Techno-Beats alles mischen und richtig Freude machen. Hoffen lässt auch eine Gruppe wie die Small B’s Jazzband. Die fünf Geschwister trommeln, blasen und tasten, seit sie laufen können, seit 2011 stürmen sie sämtlich Bühnen und lassen auch beim diesjährigen Dixieland-Festival aufhorchen. Wie breit gefächert die Stile sind, zeigt unter anderem Hotspurs, die seit 1993 Swing zelebrieren und ebenfalls als Dresdner hoch professionell, witzig und erfrischend aufspielen.

So zeigt sich das Musikfest stark geprägt vom Dresdner Jazzsound, der in all den Jahren seine Tradition nicht vergaß und mit immer neuen Ideen Innovationen hervorbrachte. Bis zum Sonntag wird das gefeiert. Und wer am Donnerstag noch auf ein Dixie-Schiff steigen möchte, der sollte nicht zögen. 19.30 Uhr ist am Terrassenufer Start der Riverboat-Shuffle, und auf allen Schiffen sind noch einige Plätze frei.