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Samstag, 16.01.2016 TV-Tipp

Die Welt im Jahr 500

Was geschah auf anderen Erdteilen, als in Europa Rom unterging? Eine Doku begibt sich auf Zeitreise in Regionen vermeintlicher Vandalen.

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Archäologe Matthias Wemhoff als Winzling vor Steinbrocken in der Wüste von Namibia. Wer diese Giganten so aufgerichtet hat und warum, bleibt ein Rätsel.
Archäologe Matthias Wemhoff als Winzling vor Steinbrocken in der Wüste von Namibia. Wer diese Giganten so aufgerichtet hat und warum, bleibt ein Rätsel.

© ZDF

Als in Europa Rom am Boden liegt und die Völkerwanderung ihren Lauf nimmt, ist Amerika noch ein ferner, unbekannter Kontinent. Doch was geschieht damals in Asien oder in Afrika? Gerade im Norden Afrikas überlebt die jahrhundertealte Kultur der Römer: Es sind die als kulturlos verschrienen Vandalen in Tunesien, die sich so römisch geben wie die Römer selbst. Und auch das Oströmische Reich erlebt eine Blütezeit, die noch heute sichtbaren Errungenschaften Kaiser Justinians sind enorm: Denn was der Archäologe Matthias Wemhoff bei seiner zweiteiligen Zeitreise für das ZDF entdeckt, verblüfft: Im Istanbul der damaligen Zeit gab es unterirdische Wasserreservoirs und kilometerlange Aquädukte. Tausende Kilometer entfernt wird eine andere Meisterleistung vollbracht, die einen Siegeszug um die Welt antreten wird: Im Norden Indiens erfinden kluge Köpfe ein hochkomplexes Spiel: Schach. Die Fürsten jener Zeit erproben mit dem Spiel die Strategien ihrer Armeen.

Die Seidenstraße, der wichtigste Handelsweg zwischen den Kontinenten, wird im Jahr 500 zum Schauplatz der ersten Industriespionage. Zwei byzantinische Mönche schmuggeln aus China eines der wertvollsten Güter dieser Zeit: Seidenraupen-Eier. Die Produktion von Seide bedeutet damals Geld, Macht, Einfluss und Fortschritt. Dinge, die im Jahr 500 aber nicht überall auf der Welt den gleichen Stellenwert hatten, wie Matthias Wemhoff in der Region des heutigen Namibia zeigt. Dort lebt das Volk der San. Seit Jahrtausenden hat sich ihre Lebensart kaum verändert. Während die Völkerwanderung in Europa ganze Kulturen vernichtet, in Mexiko die Azteken nach kriegerischen Auseinandersetzungen scheinbar verschwinden und Kaiser Justinian viele Aufstände blutig niederschlägt, überlebt die einfache Kultur der San.

So führt die Doku nicht nur durch jene ferne Zeit. Sie zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Und man staunt, welche Errungenschaften von damals sich noch heute im Alltag finden lassen. (SZ)

„Terra X: Zeitreise“, Sonntag, 19.30 Uhr, ZDF
(Teil 2 am 24. 1.)

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Irvine

    Die Welt vor 500 Jahren? Leben wir im Jahre 1000? Die Sendung heißt "Die Welt im Jahr 500"!

  2. Don

    Im Jahr 500 verschwanden die Atzteken ganz sicher nicht, weil es die da nämlich noch gar nicht gab. Was Sie vermutlich meinen, ist das Volk von Teotihuacán.

  3. Don

    Im Jahr 500 verschwanden die Atzteken ganz sicher nicht, weil es die da nämlich noch gar nicht gab. Was Sie vermutlich meinen, ist das Volk von Teotihuacán. P.S.: Außerdem ist der Titel Ihres Artikels falsch.

  4. Nordlicht

    Das "Istanbul der damaligen Zeit" hatte durchaus einen Namen: Konstantinopel, benannt nach Kaiser Konstantin. Mit dem Begriff "Tunesien" konnte damals auch niemand etwas anfangen, denn den gab es schlichtweg nicht. Die Provinz, in der die 'Vandalen hausten', hieß einfach nur "Africa".

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