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Sonntag, 20.03.2016

Buchmesse-Direktor zieht positive Bilanz

Oliver Zille (55) betreut seit 1991 die Leipziger Buchmesse. Nach dem Mauerfall kümmerte sich der Ökonom um die Neuausrichtung der Bücherschau. Seit 2004 ist er Mitglied der Geschäftsleitung der Leipziger Messe GmbH und Direktor der Leipziger Buchmesse.
Oliver Zille (55) betreut seit 1991 die Leipziger Buchmesse. Nach dem Mauerfall kümmerte sich der Ökonom um die Neuausrichtung der Bücherschau. Seit 2004 ist er Mitglied der Geschäftsleitung der Leipziger Messe GmbH und Direktor der Leipziger Buchmesse.

© dpa

Leipzig. Buchmesse-Direktor Oliver Zille zieht eine positive Bilanz der Leipziger Bücherschau 2016. Im Interview sagt er, wo die Herausforderungen für die nächsten Jahre liegen.

Wie fällt die Bilanz des Direktors zur diesjährigen Leipziger Buchmesse aus?

Antwort: Wie haben ein sehr stimmungsvolles Bücherfest erlebt mit begeisterten Besuchern und zufriedenen Ausstellern. Die Gespräche, die ich geführt habe, waren überaus positiv. Der Messe wird auch eine positive Weiterentwicklung bescheinigt. Unser Projekt Neuland 2.0 zum Beispiel, wo digitale Innovationen vorgestellt wurden, ist bei den Beteiligten auf sehr gute Resonanz gestoßen. Es ist komplett klar, dass wir das weiterentwickeln werden.

Wie ist der Themenschwerpunkt Flüchtlinge in der bunten, trubeligen Buchmesse angenommen worden?

Der Messeschwerpunkt hat gut funktioniert, sowohl was die Reflektion in der Öffentlichkeit betrifft als auch bezogen auf unsere Erwartungen. Eine Messe ist ja ein sehr schnelles Medium. Dort einen Denk-Raum „Europa21“ einzurichten, wo die richtigen Fragen gestellt, aber nicht gleich die Antworten gegeben werden, ist deswegen eine besondere Herausforderung. Aber die Diskussionsrunden sind auf großes Interesse gestoßen.

Der Publikumsansturm auf der Leipziger Buchmesse wird von Jahr zu Jahr größer. Wie war es diesmal?

Nach wie vor ist die Buchmesse ein Garant, Publikum zu begeistern. Ich habe im Vorfeld wirklich keine Sekunde daran gezweifelt, dass die Besucherzahlen gut sein werden. Und die Zahlen stimmen auch diesmal. Unsere eigentliche Herausforderung ist es, die Messe inhaltlich entsprechend der Branchenentwicklung weiterzuentwickeln.

Die Manga-Halle war ausgesprochen voll. Wie viel Manga und Cosplay verträgt denn die Buchmesse noch?

Ich glaube, sie verträgt noch einiges. Aber das ist nicht das Ziel. Es geht darum, Jugendliche für das Buch und moderne Medien zu gewinnen. Die Manga-Comic-Con bleibt ein wichtiger Treiber für die Attraktivität der Leipziger Buchmesse. Ich glaube, dass es durchaus ein Parallelleben gibt und dass das eine das andere nicht stört. Es bleibt die große Herausforderung, junge Menschen zu einem selbstbestimmten Medienkonsum und zum Lesen zu bringen. Und dazu brauchen wir auch dieses Instrument.

Das Gespräch führte Birgit Zimmermann, dpa

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