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Freitag, 26.02.2016

Aufwärmen mit klaren Ansagen

In ihrer Heimatstadt Bautzen startet die Erfolgsband Silbermond die neue Tour und zeigt sich schockiert vom Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim.

Von Miriam Schönbach

Die Pop-Band Silbermond mit Sängerin Stefanie Kloß eröffnet am Mittwoch im Bautzner Kulturzentrum „Steinhaus“ mit einem kleinen Warm-up-Konzert ihre Tour zum neuen Album „Leichtes Gepäck“.
Die Pop-Band Silbermond mit Sängerin Stefanie Kloß eröffnet am Mittwoch im Bautzner Kulturzentrum „Steinhaus“ mit einem kleinen Warm-up-Konzert ihre Tour zum neuen Album „Leichtes Gepäck“.

© dpa

Die ersten Akkorde gehen im Jubel des Publikums im Bautzener Kulturzentrum „Steinhaus“ unter. Für den Auftakt ihrer neuen Tournee ist die Band Silbermond am Mittwochabend in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Mit dabei hat die Formation ihr neues Album „Leichtes Gepäck“ ebenso wie ihre bekannten Hits. „Es ist toll, mit euch das erste Mal zu probieren“, sagt Frontfrau Stefanie Kloß. Mit ihren Musikern rockt sie anschließend mehr als zwei Stunden das ausverkaufte Klubkonzert.

Die ersten Fans belagerten den Auftrittsort bereits in den frühen Morgenstunden, während sich die Band von Berlin aus auf den Weg machte. Dort hatten die Musiker in den vergangenen sechs Tagen fast rund um die Uhr im Proberaum gestanden, um die neuen Titel einzustudieren. „Für unsere jüngsten Songs haben wir uns viel Zeit genommen und gefragt: Was ist uns eigentlich wichtig?“, sagt Kloß.

Die neue Platte ist eine Mischung aus Gedankenspielen und Liebeserklärungen an Wegbegleiter sowie die Heimat. Doch die Nachrichten aus ihrem Bautzen haben die vier Rocker in den vergangenen Tagen nachdenklich gemacht. In der Nacht zum Sonntag brannte der Dachstuhl einer geplanten Flüchtlingsunterkunft unter dem Jubel einiger Schaulustiger ab. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. „Das hat uns schockiert. Es lässt uns nicht kalt“, sagt die Sängerin mit brüchiger Stimme. „In der Demokratie kann nicht jeder machen, was er will. In der Demokratie gibt es Regeln. Dazu gehört auch, keine Häuser anzuzünden und niemanden zu beleidigen. Wer sich daran nicht hält, ist falsch hier.“ Gleichzeitig stelle sie sich die Frage, woher der Hass und die Angst kämen. „Alles, was extrem ist, hat noch nie geholfen“, sagt Kloß. „In Zeiten wie diesen brauchen wir Toleranz und Zusammenhalt.“ Für klare Worte wie diese sind die Sängerin und ihre Bandkollegen bekannt, vielleicht gehört diese Ehrlichkeit neben dem musikalischen Talent zum Erfolgsrezept der Gruppe. Im Steinhaus in Bautzen gewannen sie im Jahr 2000 mit dem „Beat“ ihren ersten Musikpreis. „Sie waren damals schon live toll. Silbermond ist Bautzens bestes Aushängeschild“, sagte Steinhaus-Chef Torsten Wiegel.

Ihren Traum, vom Musikmachen zu leben, hatte die einstige Schülerband 2002 mit weichen Knien ins Visier genommen. Zwei Jahre später landeten Silbermond mit der Single „Symphonie“ ihre erste Top-zehn-Platzierung in den deutschen Charts. Die mehrfachen Echo-Preisträger gehören heute zu den erfolgreichsten deutschen Bands. „Wir sind schon weit gekommen“, sagt Stefanie Kloß vor 250 jubelnden und textsicheren Fans. Und der Weg soll noch weiter gehen. Nach ihrem Abstecher in Bautzen, wo sie am Donnerstag ein zweites Konzert spielen, werden sie noch in Worpswede und Augsburg vorspielen. Ihre große Tour beginnt am 10. Mai in Hannover und führt sie unter anderem nach Dresden, Hamburg, Wien und Berlin. (dpa)

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