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Mittwoch, 10.01.2018

Atheist mit religiösem Doppelleben

Für die Liebe soll der Wiener Taxifahrer Musa zum Islam konvertieren. Um zu erben, muss er Katholik werden.

Von Sandra Walder

Musa (Deniz Cooper) hat plötzlich Stress: Der atheistische Wiener Taxifahrer muss gleichzeitig als Muslim und als Katholik überzeugen können.
Musa (Deniz Cooper) hat plötzlich Stress: Der atheistische Wiener Taxifahrer muss gleichzeitig als Muslim und als Katholik überzeugen können.

© ORF

Eigentlich ist Musa zufrieden. Der Taxifahrer mit türkischem Hintergrund verdient in Wien seine Brötchen, genießt das Leben und die Frauen in vollen Zügen. Glaube spielt dabei keine Rolle. Doch dann trifft Musa, gespielt von Deniz Cooper, Amors Pfeil und alles ändert sich. Um Chancen bei seiner Angebeteten zu haben, konvertiert er zum Islam. Gleichzeitig winkt ihm ein lukratives Erbe in den Weinbergen – aber nur, wenn er schnellstmöglich Katholik wird. Die Probleme für den Lebemann beginnen. „Herrgott für Anfänger“ läuft am Mittwoch im Ersten. Die Komödie zeigt viele schöne Aufnahmen aus Österreichs Hauptstadt, spielt aber leider mit vielen und oft zu platten Klischees.

Den überzeugten Single Musa trifft der Blitz: In der angereisten Tochter seines Chefs, die dem Vater helfen soll, das marode Taxiunternehmen zu retten, sieht er seine Traumfrau. Um bei Aisha punkten zu können, lässt er sich in die Rituale des muslimischen Glaubens einführen. Denn die sonstigen Tricks des Casanovas, wie etwa das nächtliche Autoballett zum Donauwalzer, helfen nicht. Doch der Tod seiner Taxi-Stammkundin, dargestellt von Österreichs Theater- und Filmlegende Erni Mangold, ändert alles: Die alte Dame hinterlässt Musa ihren gut laufenden Heurigen-Betrieb „Die Reblaus“ in den Wiener Weinbergen, wenn er innerhalb eines Jahres Katholik wird. Mangold zeigt sich in ihrem kurzen Auftritt in ihrer Paraderolle als zornige, schimpfende, verbitterte Wienerin, die hinter der harten Schale doch ein goldenes Herz hat. Musa wittert die Chance, als Kurzzeit-Katholik den Heurigen zu verkaufen, um so das vor der Pleite stehende Taxiunternehmen zu retten und gleichzeitig Aisha zu imponieren.

Zwischen dem Studieren von „Katholizismus für Anfänger“ und „Türkisch für Anfänger“, Kirchenbesuchen und dem heimlichen muslimischen Gebet im Heurigenkeller vor geschlachteten Schweinen gerät das religiöse Doppelleben zusehends außer Kontrolle. Ein paar weniger vorhersehbare Wendungen hätte dem Ganzen aber gutgetan. (dpa)

„Herrgott für Anfänger“, 20.15 Uhr, ARD

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