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Montag, 04.01.2016

Altersteilzeit statt Rockerrente

„Es ist keine Ente, wir spielen bis zur Rockerrente“, sangen 1984 die Puhdys. Jetzt ist es so weit: fast.

Von Sophia-Caroline Kosel

Gleich mit den ersten Zeilen des ersten Liedes des Abends setzen sie Zeichen: „Alles, was zu Ende ist, kann auch Anfang sein.“ Die Puhdys haben nun offiziell „Goodbye“ gesagt – doch auch nach ihrem letzten Konzert der zwölf Monate dauernden Abschiedstour ist noch nicht richtig Schluss. Die 11 500 Fans, die am Sonnabend in die ausverkaufte Berliner Mercedes-Benz-Arena gekommen sind, gehen mit Flyern für die „Rocklegenden Tour“ nach Hause. „Zum letzten Mal gemeinsam live“, so der Slogan. Bis zum Sommer touren die Puhdys mit Karat und City.

Im Februar 2015 hatten Sänger Dieter Birr (71) alias „Maschine“ und seine vier Kollegen überraschend mitgeteilt, dass sie die Puhdys-Karriere beenden wollen, weil sie langsam doch zu alt werden. Schließlich haben sie seit November 1969 auf der Bühne gestanden. Bis zum Fall der Mauer wurden sie zwölfmal zur beliebtesten Rockgruppe der DDR gewählt.

Hits vom „Baum“ bis „Hiroshima“

„Danke Puhdys für die schöne Zeit“, steht auf einem gebastelten Plakat. Die Fans – darunter viele Paare – sind mit der Band in die Jahre gekommen. Doch alle zusammen halten an diesem Abschiedsabend ganze drei Stunden durch. Ob „Das Buch“, „Alt wie ein Baum“ oder „Hiroshima“. Kaum einer der Hits aus den 46 Jahren fehlte.

Auf der Bühne standen teils drei Generationen. All ihre Kinder seien Musiker geworden, berichtete Birr. Er selbst singt ein einfühlsames Duett mit seiner Enkelin. Die Band „Bell, Book and Candle“ ist mit dabei, in der einige Puhdys-Kinder spielen. „Er ist der Urenkel von meinem Opa“ – so stellte „Maschine“ seinen Sohn Andy vor.

Nach 20 gemeinsamen Jahren hatten die Puhdys schon einmal „Goodbye“ gesagt: 80 000 Fans kamen 1989 auf den August-Bebel-Platz nach Berlin zum Abschiedskonzert. Aber schon bald kehrten sie wieder zurück.

Nun also hat doch die Rocker-Altersteilzeit begonnen. Auch wenn „Maschine“ sowie Peter Meyer (75/Keyboard), Dieter Hertrampf (71/Gitarre), Peter Rasym (62/Bass) und Klaus Scharfschwerdt (61/Schlagzeug) ihr gemeinsames Projekt wohl beenden: „Von den einzelnen Musikern werden wir sicherlich noch einiges hören“, hatte das Management bei der Bekanntgabe des Band-Abschieds verraten. (dpa)

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