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Samstag, 16.02.2013

Allein gegen den Rest der Welt

In ihrem neuen Fall geraten die Wiener „Tatort“-Kommissare zwischen die Fronten geheimer und skrupelloser Machtpolitik.

Von Miriam Bandar

In diesem Fall soll die Polizei auch nicht alles wissen: Das Ermittlerduo Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) wird zum bloßen Beiwerk degradiert und lässt sich das nicht gefallen.Foto: ARD
In diesem Fall soll die Polizei auch nicht alles wissen: Das Ermittlerduo Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) wird zum bloßen Beiwerk degradiert und lässt sich das nicht gefallen. Foto: ARD

Ein Trüppchen treuer Kollegen auf einem Parkplatz ist alles, was Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) geblieben ist. Seine persönliche „Task Force“, denn offiziell ist sein 29. Fall längst abgeschlossen. „Ich find’ das herrlich, ich find’ das unglaublich – ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, sagt er mit brüchiger Stimme. „Du bist ja richtig gerührt“, meint Assistentin Bibi Fellner (Adele Neuhauser).

In dieser Szene gegen Ende des neuen Wiener „Tatort“-Krimis „Zwischen den Fronten“ ist längst klar, was sich von Anfang an andeutet: Der grummelige Chefinspektor und seine unkonventionelle Assistentin ermitteln diesmal teils ohne Auftrag allein gegen den Rest der Welt – oder zumindest gegen das etablierte Österreich.

Der Film ist ein gelungenes Fest für Verschwörungstheoretiker – gäbe es nicht Bezüge zur aktuellen politischen Lage in Österreich, die das Ganze dann doch nicht völlig unwahrscheinlich wirken lassen. Die Macher verzichten weitgehend auf imperial-schnörkelige Wien-Romantik, sie stellen vielmehr Hierarchie-Gläubigkeit und skrupellose „Freunderlwirtschaft“ in kalten Büroräumen und Neubauten aus.

Am Anfang steht ein Bombenanschlag auf eine Konferenz der Vereinten Nationen in Wien: Der irakischstämmige Online-Aktivist Kásim Bagdadi (Samy Hassan) sprengt sich in die Luft, reißt einen Polizisten mit in den Tod. Alles deutet auf ein Selbstmordattentat mit islamistischem Hintergrund hin. Scheinbar zufällig soll bald darauf ein neues Sicherheitsgesetz im Parlament beschlossen werden, was der Anschlag nun dringend notwendig erscheinen lässt.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz nimmt sich des Falls an. Als Eisner und Fellner merken, dass ihnen wichtige Informationen vorenthalten werden, fragen sie sich: Warum wollen alle den Fall so schnell wie möglich abschließen? Was hat die schöne Tochter des Konferenzleiters und Ex-Freundin des vermeintlichen Attentäters mit dem Ganzen zu tun? Wem ist noch zu trauen und werden sie möglicherweise abgehört? Auf eigene Faust ermitteln beide weiter und stoßen auf einen rechten Geheimbund mit Tausenden Mitgliedern und besten politischen Verbindungen. (dpa)

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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