erweiterte Suche
Montag, 21.08.2017

Künftige Ärzte im Stress

Deutsche Studenten investieren viel Zeit in ihre Ausbildung. Juristen und Mediziner haben das höchste Pensum.

Das Vorurteil von faulen Studenten ist überholt. Wie eine deutschlandweite Umfrage des Personaldienstleisters Univativ unter 1 400 Studenten ergab, müssen die meisten eine Vielzahl an Verpflichtungen koordinieren. Die Mehrheit studiert nicht nur, sondern arbeitet zusätzlich, engagiert sich ehrenamtlich oder kümmert sich um Familienmitglieder. Dabei fühlt sich rund jeder Fünfte überlastet.

Den größten Teil des Zeitbudgets nimmt das Studium in Anspruch. Etwa drei von vier Befragten studieren pro Woche mindestens 20 Stunden. Dabei verbringt mehr als jeder Dritte wöchentlich zwischen 20 und 30 Stunden mit seinem Studium und etwas mehr als ein Viertel paukt zwischen 30 und 40 Stunden. Zehn Prozent lernen sogar noch mehr. Nur 28 Prozent haben weniger Arbeit mit ihrem Studium.

Dabei finden sich erhebliche Unterschiede zwischen Studienrichtungen und angestrebten Abschlüssen: Zwei von drei Juristen studieren 30 Stunden oder mehr pro Woche. Auch 63 Prozent der befragten Mediziner haben ein solch hohes Pensum. Deutlich geringer ist der Anteil stark ausgelasteter Studenten unter Wirtschaftswissenschaftlern, Geistes- und Sozialwissenschaftlern sowie Kunst-, Musik- und Sportstudenten in der Umfrage. Je höher der akademische Abschluss, desto mehr Arbeit investieren die Studenten auch: 74 Prozent der Promovierenden und 60 Prozent der Staatsexamenskandidaten verbringen wöchentlich 30 Stunden oder mehr mit ihrem Studium. Unter Bachelor- und Masterstudenten sind es nur 36 und 34 Prozent.

Dass es neben dem Studium auch wichtig ist, praktische Erfahrung zu sammeln, hat die Mehrheit erkannt: 69 Prozent arbeiten neben dem Studium. Jeder Sechste engagiert sich wöchentlich etwa viereinhalb Stunden ehrenamtlich. 15 Prozent haben familiäre Verpflichtungen, die im Schnitt neun Stunden in Anspruch nehmen. Bei so vielen Aufgaben ist es nicht verwunderlich, dass sich einige Studenten überlastet fühlen. Knapp drei Viertel findet ihre Arbeitsbelastung angemessen, während fast jeder Fünfte überlastet ist. So klagt mehr als die Hälfte der Medizinstudenten über ein zu hohes Pensum, gefolgt von 40 Prozent der Juristen und 25 Prozent der Naturwissenschaftler und Mathematiker. (jam)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.