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Samstag, 07.04.2018 Urteil

Kündigungsschutz für Leiharbeiter

Auch wenn nichts zu tun ist, dürfen Leiharbeitsfirmen ihren Angestellten nicht einfach so kündigen.

Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Mönchengladbach hervor.

Die Klägerin in dem Fall arbeitete seit 2013 bei einem Zeitarbeitsunternehmen und war seitdem durchgehend als Kassiererin bei einem Einzelhändler im Einsatz. Zum Jahresende 2017 hatte dieser angeblich keine Beschäftigungsmöglichkeit mehr für die Frau. Die Zeitarbeitsfirma kündigte ihr zum 31. Dezember, versprach aber gleichzeitig, sie am 2. April 2018 wieder einzustellen.

Dagegen wehrte sich die Mitarbeiterin. Einzelhändler und Zeitarbeitsfirma hätten ihr nur gekündigt, um ihr nicht das gleiche Gehalt zahlen zu müssen wie der Stammbelegschaft. Seit 1. April 2017 haben Leiharbeiter laut Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) nach spätestens neun Monaten in einem Betrieb Anspruch auf den gleichen Lohn wie reguläre Angestellte.

Das Gericht gab der Klage statt: Eine fehlende Einsatzmöglichkeit von drei Monaten und einem Tag reiche in diesem Fall nicht aus. Sinn des AÜG sei unter anderem, den Einsatz von Leiharbeitern für Daueraufgaben zu vermeiden. Die Klägerin war in diesem Fall aber seit fünf Jahren fast ausschließlich beim gleichen Einzelhändler tätig. (dpa)

Aktenzeichen: 1 Ca 2686/17