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Samstag, 16.01.2016

Kritik an Asylhaus von Ex-DVU-Politiker

„Fahrlässig“ finden die Piraten die Anmietung. Es gebe genug anderen Wohnraum.

Von Tobias Hoeflich

1000 Euro zahlt der Landkreis monatlich Miete für zwei Wohnungen in dem orangefarbenen Haus an der Königstraße in Lommatzsch.
1 000 Euro zahlt der Landkreis monatlich Miete für zwei Wohnungen in dem orangefarbenen Haus an der Königstraße in Lommatzsch.

Meißen/Lommatzsch. Der Mietvertrag zwischen dem Landkreis und dem ehemaligen DVU-Politiker Lars Seidensticker zur Unterbringung von Asylbewerbern erzürnt die Piratenpartei. „In einer Zeit, in der nun fast täglich Flüchtlinge und deren Unterkünfte von Rechten angegriffen werden, ist es mehr als fahrlässig, dass dieses Angebot angenommen wurde.

Die Aussage, dass eine rechte Gesinnung kein Ausschlusskriterium sei, zeigt auch, wie lapidar sich mit der Sache auseinandergesetzt wird“, kritisiert Piraten-Kreisrat Sören Skalicks die Anmietung eines Hauses auf der Königstraße in Lommatzsch. „Das Landratsamt macht Geschäfte mit jemandem, der schon immer gegen Menschen hetzt, welche nicht in sein Weltbild passen.“

Seidensticker gehörte lange Zeit den Parteien Die Republikaner und DVU an, war weiterhin Generalsekretär der rechtsgerichteten Initiative Pro Deutschland. Laut den Piraten stünden genug andere Räumlichkeiten bereit: „Allein die Stadt Meißen hatte im Januar vergangenen Jahres 2 400 leer stehende Wohnungen. Die Leerstandsquote sah in vielen Regionen im Landkreis nicht anders aus.“