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Freitag, 29.09.2017

Kritik am Bauhof reißt nicht ab

Stadträtin Kathrin Schneider bemängelt die Arbeitsmoral der MAE-Kräfte. Ohne die würde aber vieles liegenbleiben.

Von Tina Soltysiak

Andreas Nacke vom Stadtbauhof Waldheim sammelt Laub zusammen.
Andreas Nacke vom Stadtbauhof Waldheim sammelt Laub zusammen.

© DA-Archiv/Dieter Thomas

Waldheim. Das Thema Sauberkeit ist in der Stadt Waldheim ein Dauerbrenner. Und für CDU-Stadträtin Kathrin Schneider auch die Personen, die dafür zuständig sind: die Mitarbeiter des Bauhofes. Während der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses kritisierte sie zum wiederholten Male deren Arbeit. Besonders die sogenannten MAE-Kräfte, die das Arbeitsamt zur Unterstützung für das Bauhofteam schickt, sind ihr ein Dorn im Auge. „Die machen schön lang gemeinsam Pause, ruhen sich mehr aus, als dass sie arbeiten. Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht. Das kommt bei den Bürgern nicht gut an“, meint sie.

Schneider wirft dem Stadtbauhof fehlende Kontrollen der Helfer vor. „Und es muss doch möglich sein, denen klare Ziele zu setzen, was sie bis wann zu schaffen haben. Und dann muss es auch Konsequenzen geben, wenn es nicht so ist“, sagte sie. Das Argument von Albrecht Hänel (CDU), dass es nicht mehr wie früher einen Bauhofmitarbeiter gibt, der sich einzig und allein um diese Kräfte kümmern kann, ließ sie dabei nicht gelten. „Da fehlt es anscheinend an klaren Strukturen, Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen. Die müssen geschaffen werden und dann bekommt man das auch in den Griff“, so Kathrin Schneiders Meinung.

Andreas Nacke ist Vorarbeiter und stellvertretender Bauhofleiter. Am Donnerstag sagte er auf DA-Nachfrage: „Wir haben eigentlich 14 MAE-Kräfte. Eine Person ist schon raus, denn sie ist seit über einem Monat nicht mehr aufgetaucht.“ Jeden Morgen würden Kolonnen eingeteilt. „Sie bekommen ihre Gerätschaften und ihren Arbeitsort zugewiesen und auch, was sie zu schaffen haben“, erklärte er. Wenn beispielsweise Gerätschaften getauscht würden, sei ein Mitarbeiter des Bauhofes auch zwischendurch vor Ort. „Aber wir können nicht ständig jemanden zur Kontrolle abstellen“, sagte er.

Derzeit besteht das Bauhofteam aus elf Mitarbeitern. „Für die zwölfte Stelle läuft aktuell das Auswahlverfahren. Sie wird neu besetzt“, so Bauamtsleiter Michael Wittig. Er verdeutlichte: „Wir sind froh, dass wir die MAE-Kräfte haben. All die Arbeiten, die sie erledigen, würden sonst liegenbleiben oder aufgeschoben.“ Die Tätigkeiten, die die Männer und Frauen ausführen dürfen, seien ohnehin seitens des Gesetzgebers stark beschränkt, so Nacke: „Kehren, Unkraut zupfen, Papier aufsammeln – das war’s. Und wenn wir Rasen mähen oder Hecke schneiden, dürfen sie den Grünschnitt auf den Hänger laden.“

Die Arbeitszeit der MAE beträgt täglich fünf Stunden. „Plus 15 Minuten Pause. Die steht ihnen zu“, so Michael Wittig. Ein Großteil der Hilfsarbeiter sei über 50 Jahre alt. „Sie sind nicht mehr so belastbar“, so Andreas Nacke. Stadtrat André Langner (FDP) sagte während der Ausschusssitzung: „Es ist sicherlich schwierig, diese Menschen anzuleiten. Man muss auch daran denken, dass sie meist nur relativ schwach qualifiziert sind.“ Sie verdienen 1,50 Euro pro Stunde. „Steuerfrei, zusätzlich zu ihren Hartz-IV-Leistungen“, so Vorarbeiter Andreas Nacke.

Anstelle der MAE-Kräfte zusätzliches Bauhofpersonal einzustellen, sei aufgrund des vorgeschriebenen Personalkonzeptes nicht möglich, so Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Seit der Eingemeindung hat sich die Fläche, für die der Bauhof zuständig ist, verdoppelt. Aber es durfte nur ein Mann mehr eingestellt werden. Es seien schon Arbeiten an Fremdfirmen vergeben worden. So zum Beispiel die Pflege des Geländes um die JVA herum, erklärte Ernst. Er sieht in der Beschäftigung der Hilfsarbeiter auch einen wichtigen „pädagogisch-psychologischen Ansatz“: „Es sind ja auch welche dabei, die sich freuen, dass sie arbeiten dürfen. Denen würde man sonst die letzte Chance auf dem Arbeitsmarkt nehmen.“