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Sonntag, 24.01.2016

Kreuzbandrisse auf der Streif

Dritte Plätze für Fritz Dopfer und Viktoria Rebensburg sorgten für Freude im deutschen Lager, doch Stürze und Verletzungen in Kitzbühel überschatten das Rennwochenende.

Der aktuell weltbeste Skifahrer Aksel Lund Svindal grüßt seine Fans auf Facebook aus dem Krankenhaus.
Der aktuell weltbeste Skifahrer Aksel Lund Svindal grüßt seine Fans auf Facebook aus dem Krankenhaus.

© Screenshot SZ

Kitzbühel/Cortina d’Ampezzo. Fritz Dopfer kämpfte sich auf dem legendären Ganslernhang auf Platz drei, Viktoria Rebensburg flog im Stile einer Skispringerin ebenfalls aufs „Stockerl“ - doch schwere Stürze und gleich mehrere Kreuzbandrisse dämpften am Wochenende den Jubel im deutschen Alpin-Lager.

Bei der grenzwertigen Weltcup-Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel kam Norwegens Superstar Aksel Lund Svindal böse zu Fall. Und auch am Sonntag stieg der Helikopter über Österreichs Ski-Mekka auf, um Olympiasieger Giuliano Razzoli (Italien) vom Hang zu holen. Beide erlitten einen Kreuzbandriss, wie auch Georg Streitberger. Hannes Reichelt (beide Österreich) kam mit einer Knochenstauchung davon.

Selbst der hartgesottene „Terminator“ Arnold Schwarzenegger blickte am Samstag erschrocken die Piste hinauf. „Es ist das gefährlichste Rennen der Welt. Für mich sind die, die da runterrasen, echte Helden“, sagte er unmittelbar vor der Abfahrt - kurz darauf begann der „Tag der Angst“ (Kronenzeitung). Erst stürzte Streitberger nach der Hausbergkante und krachte ins Netz, dann flog Reichelt an derselben Stelle ab, schließlich Svindal ebenda.

„Wenn du in Kitzbühel an den Start gehst, weißt du, dass es gefährlich wird“, sagte Peter Fill aus Südtirol, der das Rennen im Grenzbereich gewann.

Svindal, der überragende Skifahrer der Saison, wurde am Samstagabend am rechten Knie operiert, in dem er sich auch den Meniskus riss. Erst in einem Jahr wird er wieder fit sein. „Es ist irgendwie scheiße mitten im Winter, aber so ist das Leben“, schrieb der 33-Jährige im Netz. Streitberger stellte ein Bild aus dem Krankenzimmer ein, das er mit dem Norweger teilt - beide lächeln darauf, immerhin.

„Kitzbühel ist so brutal. Ich war heilfroh, als ich im Ziel war“, sagte Beat Feuz (Schweiz), der Zweitplatzierte. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel riet nach Svindals Sturz zum Abbruch. Der aber kam erst, nachdem 30 Läufer im Ziel waren und das Rennen gewertet werden konnte. Andreas Sander (Ennepetal) belegte Platz 17. Kritik an der Rennleitung gab es nicht. Svindals Trainer Christian Mitter meinte wie seine Kollegen, die Streif sei „absolut fahrbar“ gewesen.

Das galt auch für den Ganslernhang nebenan, dennoch forderte auch dieser die Slalom-Besten enorm. Dopfer, Führender nach dem ersten Lauf, war entsprechend „happy“ über seine erste Saison-Podestfahrt. „Platz drei da runter, genial! Es war richtig schwierig, ein Kampf von oben bis unten. Aber ich habe mich super ins Zeug gelegt“, sagte der Garmischer. Felix Neureuther (Partenkirchen) kam trotz Erkältung auf Platz sieben, der Norweger Henrik Kristoffersen gewann erneut.

Auch bei den Frauen gab es das gewohnte Bild: Lindsey Vonn (USA) fuhr bei Abfahrt und Super-G in Cortina d’Ampezzo zu ihren Siegen Nummer 74 und 75 im Weltcup. Rebensburg (Kreuth), in der Königsdisziplin mit Platz acht noch enttäuscht, raste am Sonntag mit einer wahren Chaosfahrt zu Rang drei.

„Wenn so ein Ergebnis rauskommt, dann kann man zufrieden sein“, sagte sie. Wohl wissend, dass nach einem Verbremser - „da habe ich kurz Brotzeit gemacht“ - und dem missglückten Zielsprung mit nach oben gerissenen Skiern Schlimmes hätte passieren können. „Die Fahrt war nicht gut“, sagte Rebensburg. Doch, und das war nicht wenig an diesem Wochenende, endete sie für die Olympiasiegerin glücklich. (sid)

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