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Kreis will mit Görlitzer Altstadt werben

Die neue Tourismuskonzeption soll die Stärken des Landkreises herausstellen. Sie trägt einen wortreichen Titel.

17.04.2015
Von Tilo Berger

l mit Görlitzer Altstadt werben
Mit ihrer Altstadt wirbt die Stadt Görlitz schon lange. Nun will auch der Kreis ihre Attraktivität nutzen.

© Nikolai Schmidt

Die Stadt Görlitz gehört zu DEN touristischen Anziehungspunkten im Landkreis Görlitz. Wer das noch nicht wusste, findet es jetzt schwarz auf weiß in der neuen Tourismuskonzeption für den gesamten Landkreis, die gestern vorgestellt wurde. Außer der Kreisstadt sind nur noch das Unesco-Welterbe Fürst-Pückler-Park und Schloss Bad Muskau, der Oder-Neiße-Radweg, der Spreeradweg und der Oberlausitzer Bergwanderweg solche Premium-Angebote für Besucher. „Wir müssen das herausstellen, was es so nur bei uns gibt“, erklärte Kreisentwickler Holger Freymann. „Mit einem bunten Blumenstrauß voller Angebote können wir nicht werben. Aber wenn die Besucher dann einmal hier sind, sollen sie natürlich auch all die anderen Blumen entdecken.“

Zu denen zählen die Autoren der 60-seitigen Tourismuskonzeption unter anderem den Rhododendronpark Kromlau, den Findlingspark Nochten, das Kloster St. Marienthal, die Zittauer Schmalspurbahn und die Kulturinsel Einsiedel. Und wer einmal hier ist, dem empfiehlt die Tourismuskonzeption auch Ausflüge nach Bautzen, Liberec oder ins Riesengebirge. Sein touristisches Selbstverständnis fasst der Landkreis in dieser wortreichen Leitidee zusammen: „Grenzenlos entdecken: Kulturschätze und aktive Freizeit- und Naturerlebnisse im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien“.

Der Landkreis versteht seine Tourismuskonzeption nicht als Gegenentwurf zur Tätigkeit der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH (MGO), stellte Freymann klar. „Wir sehen uns als Teil der gesamten Oberlausitz und weisen ja auch auf Ziele im Landkreis Bautzen mit hin.“ Dazu nimmt der Landkreis Görlitz viel Geld in die Hand. Er lässt sich den Tourismus jährlich 280 000 Euro kosten. Die eine Hälfte davon deckt die Mitgliedsbeiträge in der MGO und im regionalen Tourismusverband, die andere Hälfte fließt in die kreiseigene Infrastruktur, in die Touristischen Gebietsgemeinschaften und in die Werbung des Landkreises.

Die Tourismuskonzeption entstand in monatelangen Abstimmungen zwischen dem Landratsamt und touristischen Anbietern in der Region. Die Konzeption biete jetzt „die Klarheit, die von unseren Partnern gefordert wurde“. Sie sei geeignet, der Oberlausitz „zu neuer Stärke und Blüte zu verhelfen“, sagte Freymann.