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Mittwoch, 06.12.2017

Kreis kann Bobbahn nicht helfen

Eine Kurvenkombination muss entschärft werden. Pläne dazu gibt es bereits. Unklar ist, wer das Altenberger Vorhaben bezahlt.

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Beim Training kam Aileen Frisch den Eiskanal ohne Probleme herunter. Doch beim Nationencup wurde ihr die Kurvenkombination 11 und 12 zum Verhängnis.
Beim Training kam Aileen Frisch den Eiskanal ohne Probleme herunter. Doch beim Nationencup wurde ihr die Kurvenkombination 11 und 12 zum Verhängnis.

© Archivfoto: Egbert Kamprath

  • Beim Training kam Aileen Frisch den Eiskanal ohne Probleme herunter. Doch beim Nationencup wurde ihr die Kurvenkombination 11 und 12 zum Verhängnis.
    Beim Training kam Aileen Frisch den Eiskanal ohne Probleme herunter. Doch beim Nationencup wurde ihr die Kurvenkombination 11 und 12 zum Verhängnis.
  • Beim Training kam Aileen Frisch den Eiskanal ohne Probleme herunter. Doch beim Nationencup wurde ihr die Kurvenkombination 11 und 12 zum Verhängnis.
              Archivfoto: Kamprath
    Beim Training kam Aileen Frisch den Eiskanal ohne Probleme herunter. Doch beim Nationencup wurde ihr die Kurvenkombination 11 und 12 zum Verhängnis. Archivfoto: Kamprath

Altenberg. Die Bobbahn hat es in sich. Sie gilt als sehr anspruchsvoll. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende beim Rennrodelweltcup. Einigen Starterinnen wurde sie zum Verhängnis. Sie scheiterten wie viele andere Bob-, Rodel- und Skeletonpiloten vor ihnen an der Kurvenkombination 11, 12 und 13. So erging es auch der Altenbergerin Aileen Frisch, die seit vergangener Saison für Korea startet und aussichtsreiche Kandidatin für den asiatischen Meistertitel war. Sie stürzte zwischen den Kurven 11 und 12 und schied damit aus.

Wieder wurden Sportler und Betreiber daran erinnert, dass ein Umbau dieses Streckenteils notwendig ist. Das bestätigte auch Bahnchef Matthias Benesch in einem Interview Anfang dieser Woche. Planungen lägen dafür vor. Demnach würde der Umbau 2,6 Millionen Euro kosten. Benesch hat auch einen Zeitplan entwickelt, wie der Umbau vor der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft 2020 bewerkstelligt werden könnte. Demnach sollte im Februar 2019 der Abbruch beginnen und Anfang April der Neuaufbau. Im September 2019 sollte die Bahn wie gewohnt vereist werden. Doch seit Mittwoch ist mehr als ungewiss, ob dieser Zeitplan zu halten ist. Denn einer der drei möglichen Finanziers meldete sich zu Wort: Landrat Michael Geisler (CDU) erklärte, dass sich der Landkreis am aktuell geplanten Umbau der Bob- und Rodelbahn nicht beteiligen kann. Aufgrund der „gegenwärtigen finanziellen Bedingungen“ sei das nicht möglich. „Unserem Landkreis sind in den kommenden Jahren finanziell die Hände gebunden“, sagte er. Mit den vom Kreistag beschlossenen Projekten und den bereits begonnenen Maßnahmen, die in 2018 noch fortgesetzt werden müssen, habe der Landkreis seine finanziellen Möglichkeiten für Investitionen für 2018 nahezu ausgeschöpft. Und für die nächsten Jahre sei das ähnlich.

Die ins Gespräch gebrachte Übernahme von 20 Prozent der Kosten für den Umbau – rund eine halbe Million Euro – ist somit durch den Landkreis aus heutiger Sicht nicht finanzierbar. Der Landrat richtet deshalb seine Forderung an Bund und Land: „Die Bob- und Rodelbahn ist von nationaler und internationaler Bedeutung.“ Der Landkreis sei objektiv nicht in der Lage, einen sechsstelligen Eigenanteil für diese freiwillige Aufgabe zu tragen. Davon könnten sich die Verantwortlichen in den Kreistagssitzungen gern selbst ein Bild machen. Der Landkreis müsse sparen. Der aktuelle Haushaltsplan sei von der Landesdirektion nur genehmigt worden, weil sich der Kreis zu drastischen Einsparmaßnahmen auch für die Folgejahre verpflichtet habe.

Der Kreistag hatte dazu ein Haushaltsstrukturkonzept beschlossen, in dem Maßnahmen aufgelistet wurden. Hauptursache für die finanzielle Situation seien die seit Jahren stetig steigenden Sozialkosten, so Geisler. Diese könne man nicht abfangen, weil sich der Freistaat nicht ausreichend an den Kosten beteilige. Deshalb sei kein Geld für den Umbau der Bobbahn vorhanden. Geisler fordert deshalb, dass der Bund und das Land den Umbau zu 100 Prozent finanzieren müssen. „Ansonsten wird es den Umbau nicht geben“, sagte Geisler.

Matthias Benesch nahm das am Mittwoch zur Kenntnis. Er wisse, dass der Kreis viel Geld für den Sport im Osterzgebirge ausgibt und könnte die Haltung des Landrats verstehen, erklärte er auf SZ-Nachfrage. Sollte es dem Bund und dem Land nicht möglich sein, den Umbau vor der WM zu finanzieren, könne er damit leben. In naher Zukunft sollte dieser aber in Angriff genommen werden. (SZ/mb)