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Freitag, 19.02.2016

Konkurrenz für Paypal im Internet

Sparkassen und Privatbanken bringen mit Paydirekt einen neuen Online-Bezahldienst auf den Markt. Die Kunden sind bisher zurückhaltend. Zieht der Handel mit?

Von Hannes Koch

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Autos, Schuhe, Spiele, Theaterkarten oder Hotelbuchungen – mit Paydirekt soll das Bezahlen im Internet einfacher werden.
Autos, Schuhe, Spiele, Theaterkarten oder Hotelbuchungen – mit Paydirekt soll das Bezahlen im Internet einfacher werden.

© imago

Bald ist es soweit: Dann haben Millionen Kunden der Sparkassen und anderer deutscher Banken Zugang zum neuen Internet-Bezahlsystem. „Ab Ende April können alle Sparkassen in Deutschland an Paydirekt angebunden werden“, sagt Alexander von Schmettow vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Einkäufe via Computer oder Smartphone seien dann für viele Kunden einfacher als vorher. Die deutschen Banken wollen ein flächendeckendes, einheimisches Verfahren in der Konkurrenz zur US-Firma Paypal aufbauen.

Wie arbeitet Paydirekt? „Es ist eine zusätzliche Funktion für das Girokonto“, erklärt von Schmettow. Diesen Dienst kann man nutzen, um etwa im Internet eine Reise zu buchen, ein Rad zu kaufen oder Musik herunterzuladen. Wer das Bezahlverfahren verwenden möchte, muss sich nur einmal im Onlinebanking registrieren. Dann wählt man einen Benutzernamen und ein Passwort. Diese beiden Angaben sollen künftig ausreichen, um Überweisungen beim Kauf im Internet auszulösen.

Für die Privatkunden ist das Verfahren kostenlos, Händler müssen dagegen Gebühren entrichten. Wenn das System Ende April zur Verfügung steht, wird es je nach Institut noch eine gewisse Zeit dauern, bis die Kunden es nutzen können. Bisher nehmen unter anderem die Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank, Spardabank sowie die Volks- und Raiffeisenbanken teil. Ob das neue Verfahren erfolgreich sein wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob es auch der Handel akzeptiert. Augenblicklich stellen erst wenige große Onlineshops eine Verbindung zu Paydirekt her.

Dieser neue Dienst könnte das ältere Verfahren Giropay, das viele Sparkassen und Volksbanken ebenfalls anbieten, auf Dauer verdrängen, hoffen die Verbände. Giropay gilt dort als nicht besonders erfolgreich. Zu wenige Kunden nutzen es. Ein Grund besteht möglicherweise darin, dass sich die Verbraucher beim Bezahlvorgang auf der Onlinebanking-Seite ihrer Bank mit Kontonummer und Pin einloggen müssen. Um die online bestellte Ware zu bezahlen, ist dann noch eine Transaktionsnummer (TAN) nötig. Das war vielen Leuten wohl zu kompliziert. „Die Variante mit Benutzernamen und Passwort bei Paydirekt ist komfortabler“, sagt Steffen Steudel vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Bargeld wird am meisten genutzt

Mit der Benutzernamen-Passwort-Methode orientieren sich die deutschen Privatbanken, Volksbanken und Sparkassen nun an Paypal. Dieser Dienst, groß geworden mit der Handelsplattform Ebay, fungiert als Vermittler zwischen Geschäften und Banken. Damit das funktioniert, hinterlegen die Kunden ihre Konto- oder Kreditkartendaten vorher bei Paypal. Die jeweilige Transaktion läuft damit über drei Stationen: Online-Händler, Paypal, Bank. Für Paydirekt werben die Bankverbände dagegen mit der Ansage, dass es nur zwei Beteiligte gibt: Händler und Bank. Das kann man für vertrauenswürdiger und sicherer halten.

Außerdem nutzen zahlreiche Verbraucher Kreditkarten für ihr Girokonto. Diese kann man ebenfalls beim Online-Kauf verwenden, besonders wenn es um Mietwagen oder Hotelbuchungen im Ausland geht. Ein Nachteil aus Verbrauchersicht mag darin bestehen, dass viele Daten einzugeben sind – Name des Besitzers, die 16-stellige Kartennummer, Gültigkeitsdauer, Prüfziffer.

Bislang ist Online-Bezahlen in Deutschland allerdings wenig verbreitet. Einer Umfrage der Bundesbank unter gut 2 000 Verbrauchern zufolge bezahlten diese 2014 immerhin 53 Prozent der Umsätze mit Bargeld. Bei fast 30 Prozent kam eine Girocard (EC-Karte) zum Einsatz. Die modernen Bezahlmethoden hatten dagegen nur geringe Anteile: Kreditkarte 3,9 Prozent, Internetbezahlverfahren 2,8 Prozent, Tendenz allerdings zunehmend. Im Online-Segment lag Paypal mit weitem Abstand vorn.

Das wollen die Banken ändern. Denn Bargeld verursacht Kosten, die man mit elektronischen Bezahlverfahren sparen kann. In der Politik spielt die Kriminalitätsbekämpfung eine Rolle. So hat das Bundesfinanzministerium kürzlich vorgeschlagen, Bargeldzahlungen auf 5 000 Euro zu begrenzen, um Geldwäsche zu erschweren. Diese Ansage löste prompt eine Welle der Kritik aus.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Wähler

    Erst den Trend verschlafen, Kunden mit hohen Gebühren abgezockt und jetzt mangels anderer Einnahmen will man die ältere Klientel plötzlich zum Internethandel treiben. Wird wohl nicht funktionieren.

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