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Freitag, 09.10.2015

Kommunen bauen Radweg selbst

Um den Abschnitt zwischen der Kratzmühle und Schlegel kümmern sich zwei Städte und eine Gemeinde. Umweltverbände haben Widerstand angekündigt.

Bürgermeister Heinz Martin sorgt mit einer Heckenschere für die Sicherheit der Wanderer.
Bürgermeister Heinz Martin sorgt mit einer Heckenschere für die Sicherheit der Wanderer.

© Archiv/André Braun

Striegistal. Roßwein, Striegistal und Hainichen wollen den Bau des Abschnitts des Striegistalradweges zwischen der Kratzmühle und Schlegel in die eigenen Hände nehmen. Die Stadt- und Gemeinderäte haben der Erweiterung der bestehenden Zweckvereinbarung um diesen Abschnitt zugestimmt. „Nun ist es das erklärte Ziel, im ersten Halbjahr 2016 das Planfeststellungsverfahren für den gesamten Abschnitt von der Kratzmühle bis nach Niederstriegis zu eröffnen“, sagt Dieter Greysinger (SPD), Bürgermeister von Hainichen und Sprecher in Sachen Radweg. Bei einer gemeinsamen Beratung seien sich alle Beteiligten einig gewesen, das Vorhaben so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen.

Gleichzeitig hätten Umweltverbände angekündigt, Einwände geltend zu machen, um zu verhindern, dass auf der ehemaligen Bahnstrecke, auf der mehr als hundert Jahre Züge gefahren sind, künftig Radfahrer unterwegs sind. Deshalb könne nicht abgeschätzt werden, wie lange es noch dauert, bis Radler durchgehend von Hainichen bis Roßwein auf der ehemaligen Bahnstrecke fahren können.

Auch Thomas Winter (SPD) hatte vor der Beschlussfassung im Roßweiner Stadtrat Zweifel an dem Projekt angemeldet und gefragt, in welchem Jahrhundert die Fertigstellung geplant sei. Ein Großteil der Bevölkerung glaube nicht mehr daran, die Eröffnung des Radweges mitzuerleben. Ein anderer Stadtrat verglich das Vorhaben mit dem Berliner Flughafen. Dem widersprach Bürgermeister Veit Lindner (parteilos): „Wir haben ja noch nicht gebaut.“ Allerdings halte er eine Planungsphase von zehn bis 15 Jahren nicht für unmöglich. Trotzdem sei er weiter optimistisch.

Die drei Kommunen haben sich unterdessen dafür entschieden, in Bereichen, in denen besonders schützenswerte Tiere leben, die Radtrasse vom Bahnkörper auf bereits vorhandene Wege zu verlegen. „Ob dies die Umweltverbände bewegen wird, ihre Blockadehaltung aufzugeben, vermag vonseiten der Bürgermeister niemand einzuschätzen“, so Greysinger. (DA/rt)