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Freitag, 06.10.2017

Kommentar: Zwei Herzen in einer Brust

Gabriela Lachnit über das Tanken im Nachbarland

Einerseits sind da die Tankstellen im Nachbarland, die vor allem Vielfahrern ein erkleckliches Sümmchen an Einsparungen versprechen, wenn man dort tankt. Andererseits gibt es die hiesigen Tankstellen, die oft genug ums Überleben kämpfen. Zwei Herzen schlagen also in einer Brust, wenn man entscheiden muss, woher der Kraftstoff fürs Fahrzeug kommen soll. Das Abwägen, wo man tankt, fällt den meisten Autofahrern nicht schwer und tangiert in Richtung des eigenen Portemonnaies und damit zum Tanken im Nachbarland. Aufs Geld schauen muss schließlich fast jeder. Wer es nicht muss, macht es trotzdem.

Das Tankstellennetz in der deutschen Grenzregion ist auch wegen des billigeren Kraftstoffs hinter der Grenze und der deshalb ausgebliebenen Kundschaft ausgedünnt. Die Tankstellen, die noch da sind, haben es schwer. Ihnen bleibt nur, den deutschen Kunden mit zusätzlichem Service wie Waschstraßen, frischen Brötchen, Zeitungen, Getränken. Lebensmitteln und Blumen, mit Freundlichkeit, langen Öffnungszeiten und Attraktivität zu umwerben.

Solange die Verbrauchersteuer in den Ländern so unterschiedlich bleibt, schlägt das Umsatzpendel immer zugunsten des niedrigeren Preises aus. Das nutzen die Bürger für sich. Das ist Marktwirtschaft.