erweiterte Suche
Mittwoch, 01.02.2017

Kommentar: Polizei und Kameras helfen auch nicht

Sebastian Kositz über die Schmierereien in Bautzen.

Das Problem lässt sich in Bautzen nicht übersehen: Kaum ein Gebäude in der Innenstadt, an dem nicht eine politische Parole klebt. Seit Wochen liefern sich Rechte und Linke einen regelrechten Wettstreit und kleistern die Stadt mit gegenseitigen Beschimpfungen und ihren verbalen Besitzansprüchen zu. Und die Eigentümer und Mieter der betreffenden Immobilien müssen es hinnehmen. Und mehr noch: Sie müssen fürs Putzen zahlen – das zumeist gar nicht erst lohnt.

Die Polizei kann trotz erhöhter Präsenz in der Stadt derartigen Straftaten kaum beikommen. Inwieweit Videokameras weiterhelfen, ist ebenso dahingestellt. Schmierereien lassen sich per se nicht so einfach verhindern. Stattdessen müssen die Bautzener konstruktiv zeigen, dass das Gekrakel nur noch nervt. Ein Aktionstag ist eine gute Möglichkeit. Tatsächlich könnte das einige bewegen, mal darüber nachzudenken, was das Herumgeschmiere eigentlich bringt. Dazu braucht es aber endlich eine breite aktive Zivilgesellschaft, die für das Wohl ihrer Stadt an einem Strang zieht – und das Feld nicht einfach anderen überlässt.