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Donnerstag, 05.10.2017

Kommentar: Mangel an Respekt löst Gewalt aus

Anja Beutler über Gewalt gegen Polizisten

Wie viele Witze gibt es über Beamtenbeleidigungen, in denen eine übertriebene Dünnhäutigkeit der Staatsdiener durch den Kakao gezogen wird? Ungezählte. Doch das Lächeln vergeht so manchem Polizisten im Alltag wohl derzeit häufiger als sonst – zumindest, wenn man den Zahlen glaubt. Denn der Umgang miteinander scheint rauer geworden zu sein, dazu muss man nicht erst in die sozialen Netzwerke schauen. Sicher, schon bei ihrer Ausbildung wird Polizisten beigebracht, wie sie sich aus der Schusslinie bringen: Das geht schon bei der Frage los, wie und wo man bei einer Fahrzeugkontrolle stehen muss, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Also alles kein Problem?

Doch, denn es ist immer wieder zu sehen, dass der Respekt gegenüber Polizisten nachlässt. Das zeigen die bundesweit publik gewordene Fälle sogenannter Reichsbürger. Respekt ist Menschen fremd, die der Ansicht sind, dass die Polizei keine Macht über sie hat. Und Respekt ist auch denen fremd, denen Drogen das Gehirn vernebeln. Sicher, Gewalt-Exzesse auch gegen Polizisten wie beim G 20-Gipfel in Hamburg geschehen nicht alle Tage. Aber dass auch Polizisten dünnhäutiger werden, wenn ihnen die Welt um sie herum zunehmend rauer entgegenkommt, ist rein menschlich – und für alle Beteiligten nicht lustig.