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Freitag, 08.12.2017

Kommentar: Bücher sind der Eintritt in neue Welten

Vielleicht hat das Buch in seiner unglaublichen 2 000-jährigen Geschichte nie eine ernstere Konkurrenz gehabt als die digitale Welt, die sich gerade mit ungeheurer Macht und Geschwindigkeit ausbreitet und von der keiner weiß, wie sie wirklich einmal aussehen wird. Wir können nicht ahnen, ob die Digitalisierung, wie wir sie jetzt aktuell haben, erst der Anfang einer noch größeren Entwicklung ist oder ob wir vielleicht schon in der Mitte sind. Auch kann wohl niemand abschätzen, welche Zukunft das Buch hat – und damit Bibliotheken. Liebhaber von Papier und gedrucktem Wort sind optimistisch. Weil es in ihren Augen das einzige Medium ist, das einen Zugang in völlig neue Welten ermöglicht: nämlich in die der eigenen Phantasie. Unser Gehirn ist es, das die Worte aus dem Buch in Bilder umwandelt und damit eigene Universen erschafft. Millionen von Lesern wollen das nicht missen, immer volle Buchläden – auch in Görlitz – und stolze Nutzerzahlen bei den Bibliotheken belegen das. Doch Fans von digitalen Medien werden die Leichtigkeit eines Ebooks gegenüber schweren Druckexemplaren schätzen, der minimale Platz, mit dem sie so im Koffer Bücher über Bücher mit in den Urlaub nehmen können. Was am Ende siegt oder ob beides irgendwann gegen die Übermacht ganz anderer, noch nicht entwickelter Medien keine Chance mehr haben wird – keiner weiß es. Natürlich liegt es allein am Menschen, das Buch als eines der kostbarsten Kulturgüter der Menschheit zu bewahren und in kommende Jahrhunderte mitzunehmen. Gleiches gilt für Bibliotheken. Dass man sich der Entwicklung nicht verschließt und auch in Görlitz neue Wege sucht, traditionelle und moderne Bibliothek zu verknüpfen, ist der richtige Weg.

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