Dienstag, 04.12.2012

Koka-Blätter im Unterricht verteilt

Weißenhorn. Es sollte ein abwechslungsreicher und lebendiger Unterricht werden. Um im Fach Erdkunde den Lerninhalt über das Land Peru anschaulicher zu gestalten, hatte die Mittelschule im schwäbischen Weißenhorn eine Gastreferentin aus dem südamerikanischen Land in die Schule gebeten.

Die 49-Jährige erschien in Landestracht und berichtete über Sitten und Bräuche in ihrem Land. Als die Sprache auf den Konsum von Koka-Blättern in Peru kam, verteilte sie etliche Kostproben an die Kinder. Nach Auffassung von Staatsanwaltschaft und Polizei ein etwas zu aufgelockerter Unterricht, denn Koka-Blätter stehen auf der Liste der verbotenen Betäubungsmittel.

Der Rektor der Mittelschule, Winfried Höfer, sagte, die insgesamt 40 Schüler in den beiden siebten Klassen seien anfangs durchaus angetan gewesen von der lebendigen Schilderung der Landessitten und Gebräuche durch die Referentin. Sie erklärte, dass es in ihrer Heimat Koka-Blätter sogar als Tee gibt und dass sie im Supermarkt gekauft werden können. Dann gab es die Möglichkeit zum realen Test. Anschließend klagten nach Angaben der Polizei mehrere Schüler über Übelkeit, ein kurzfristiges Taubheitsgefühl im Mund und über Kopfschmerzen.

Rektor Höfer ist jetzt um Schadensbegrenzung bemüht. „Dass Koka-Blätter in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, das wusste die Referentin nicht“, sagte er und bat bereits in einem Elternbrief um Entschuldigung. Unabhängig davon laufen nun Ermittlungen wegen „der Abgabe von Betäubungsmitteln an Kinder“. (dapd)

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