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Mittwoch, 25.10.2017

Klinik-Aus: „Ein großer Fehler“

Die Stadtratsfraktionen von BfB, SPD und Linke fordern die Rücknahme der Entscheidung zur Bischofswerdaer Geburtenstation.

Das geplante Aus der Geburtenstation in Bischofswerda ruft immer mehr Protest auf den Plan.
Das geplante Aus der Geburtenstation in Bischofswerda ruft immer mehr Protest auf den Plan.

© Thorsten Eckert

Bischofswerda. Bischofswerda wehrt sich gegen die Ankündigung der Oberlausitz Kliniken, die Frauenklinik in der Stadt zu schließen. In einer gemeinsamen Presseerklärung verurteilen die Stadtratsfraktionen von Bürger für Bischofswerda, SPD und Linke diese Entscheidung als „großen Fehler“. Die Geburtenstation habe einen hervorragenden Ruf, was mit den guten Geburtenraten unter anderem belegt wird, schreiben die Stadträte in ihrer Erklärung.

Mit der Schließung der Station verliere Bischofswerda einen wichtigen Standort von Arbeitsplätzen, Kaufkraft und Mehrwert für die Stadt und die Region. „Des Weiteren kommt unserer Meinung nach, die Fürsorgepflicht des Staates für das Wohl der Bürger zu kurz“, heißt es in der Erklärung weiter. „Wir blicken mit großer Sorge in die Zukunft, denn solche Schließungen oder Abwanderungen gerade von öffentlichen Einrichtungen haben Bischofswerda und seine Region schon viel erlebt. Die dadurch entstanden Nachteile für die Bürger konnten in der Vergangenheit nicht kompensiert werden.“ So entstehe nicht ohne Grund der Eindruck bei der Bevölkerung, dass der ländliche Raum immer mehr abgehängt werde.

Die Oberlausitz-Kliniken befinden sich in Trägerschaft des Landkreises. Die Stadträte der drei Fraktionen nehmen auch darauf Bezug und sprechen dabei Landrat Michael Harig (CDU) direkt an. Bereits zuvor hatte Bernd Grüber, Vorsitzender der CDU-/FDP-Fraktion im Bischofswerdaer Stadtrat und des CDU-Regionalverbandes, die Entscheidung, die Geburtsklinik zu schließen, scharf kritisiert. „Einen besseren Wahlkampf für die Populisten am rechten Rand kann man als Vorsitzender einer Partei, die (noch) die stärkste Fraktion im Kreis stellt, wohl kaum machen“, formuliert er an die Adresse von Michael Harig. (SZ)