Donnerstag, 03.01.2013

Klein, elegant und kommt aus Sachsen

VW, BMW und Porsche bauen aus und investieren Millionen im Freistaat.

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Leipzig. Das Bochumer Opel-Werk steht vor dem Aus und die Autokonjunktur in Europa rutscht in den Keller – doch an Sachsens Autostandorten werden mehrere Hundert Millionen Euro investiert. Neue Arbeitsplätze entstehen. Der Stuttgarter Autobauer Porsche etwa erweitert sein Leipziger Werk für den Bau des kleinen Geländewagens Macan. In der Nachbarschaft will BMW mit superleichten Elektroautos Automobilgeschichte schreiben. Volkswagen ist mit mehr als 8.000 Beschäftigten in Zwickau und Chemnitz und seiner Manufaktur in Dresden der größte Autostandort in Sachsen. VW investiert bis 2016 bis zu zwei Milliarden Euro in seine Werke. Die Branche gehört im Autoland Sachsen wieder zu den strukturbestimmenden Zweigen.

Bei Porsche fließen 500 Millionen Euro in die Werkserweiterung. Ende 2013 sollen in Leipzig die ersten Autos der neuen Baureihe Macan vom Band rollen. 1.000 neue Mitarbeiter werden eingestellt. Porsche ist ein begehrter Arbeitgeber in der Region. „Wir haben schon jetzt 14.000 Initiativbewerbungen“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Siegfried Bülow. Der Sportwagenbauer produziert seit 2002 in Leipzig. Heute fertigt das sächsische Werk 480 Panamera und Cayenne pro Tag und hat mehr als 1.100 Mitarbeiter. „Damit ist 2012 das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte“, sagt Bülow. Die Leipziger Autos fahren hauptsächlich in den USA und China, zusammen machen die Auslieferungen zirca 50 Prozent aus. In Europa, wo die meisten Hersteller momentan Absatzsorgen haben, werden rund 20 Prozent der Wagen ausgeliefert. „Wir setzen weiter auf unseren Wachstumskurs, unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt,“ sagt der Werkschef. Bei BMW in Leipzig soll ab Herbst 2013 das neue Elektroauto i3 vom Band rollen. Später kommt noch der Hybridsportwagen i8 dazu.

Zwar stellen andere Autobauer E-Mobile schon seit Längerem in Serie her, aber BMW biete das weltweit erste Auto, dass eigens für Elektroantrieb konzipiert und designt wurde, wie Sprecher Jochen Müller sagt. 400 Millionen Euro fließen in die Werkserweiterung. 800 neue Arbeitsplätze entstehen. Derzeit werden pro Tag 740 Autos gebaut. Laut Landesarbeitsagentur arbeitet knapp die Hälfte aller Beschäftigten in der Automobilindustrie Ostdeutschlands in Sachsen. Im Freistaat waren dort zur Jahresmitte 2012 rund 27.470 Beschäftigte in 183 Unternehmen tätig. Die Beschäftigtenzahl ist seit 2007 um 14,3 Prozent gestiegen. (dpa)

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