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Kleidung statt Kosmetik

Ins ehemalige Drogerie-Lokal zieht jetzt ein Modeladen. Davon erhoffen sich auch andere Geschäftstreibende einiges.

07.10.2017
Von Eric Weser

statt Kosmetik
Schwer zu übersehen: In der einstigen Drogerie an der Lindenstraße zieht der Modehändler Schneider Moden ein. Hinter den Scheiben wird die Eröffnung derzeit vorbereitet.

© Sebastian Schultz

Strehla. Es ist kaum zu übersehen, so groß ist der rote Aufkleber mit der weißen Schrift im Schaufenster: Nächste Woche eröffnet im Einkaufszentrum an der Strehlaer Lindenstraße ein neues Geschäft. Betreiben wird es die Firma Schneider Moden.

Die ist in der Region keine Unbekannte. Der 1993 gegründete Modehändler ist von seinem ersten Ladengeschäft in Riesa aus im Lauf der Jahre immer weiter expandiert. Derzeit zählt mehr als mehr als drei Dutzend Filialen zwischen Rostock, Chemnitz, Weißenfels und Cottbus dazu. Rund 190 Beschäftigte sind nach Angaben von Inhaber Hagen Schneider insgesamt im Unternehmen beschäftigt.

In Strehla wird Schneider Moden einen sogenannten Outlet-Store für Damen- und Herrenmode betreiben. Dahinter verbirgt sich ein Abverkauf von Modestücken aus älteren Kollektionen. „Wir haben monatliche Lieferzyklen. Und durch unsere 40 Filialen sind immer Überhänge und Restposten da“, sagt Hagen Schneider. Die Kleidungsstücke verschiedener bekannter Marken sollen in Strehla „zu guten Preisen verkauft“ werden. Älter als ein Jahr sei die angebotene Ware dabei nicht.

Elbeflut im Vorgänger-Laden

Outlet-Stores des Händlers in der näheren Umgebung hat es laut Firmenchef Hagen Schneider schon gegeben. In Torgau ist der Laden aber inzwischen wieder geschlossen worden, zugunsten einer größeren Filiale, die im März 2018 eröffnen soll. Auch in Nünchritz habe sein Unternehmen einen Outlet-Store betrieben – bis 2013 das Elbehochwasser kam und die Fluten anderthalb Meter im Laden standen. Seitdem habe der Immobilieneigentümer das Objekt nicht wieder eröffnet, sagt Hagen Schneider. Bei der Suche nach einem geeigneten neuen Standort sei man nun auf Strehla gestoßen.

Das circa 300 Quadratmeter große Ladenlokal, das derzeit für die Eröffnung am 12. Oktober vorbereitet wird, war zuvor lange Jahre eine Schlecker-Filiale gewesen. Nach dem Aus des Drogerie-Riesen im Jahr 2012 eröffnete eine Strehlaerin ein Jahr später ein Nachfolge-Geschäft, ebenfalls eine Drogerie. Deren Schriftzug prangt nach wie vor an der Gebäudefassade. Allerdings existiert das Geschäft schon seit Ende 2015 nicht mehr. Seither stand das Ladenlokal zwischen dem Discounter Norma und einem Friseurgeschäft leer.

Ab nächster Woche soll nun wieder geschäftiges Treiben einziehen. Zwei Mitarbeiterinnen werden laut Hagen Schneider in Strehla für die Kunden da sein. Eine Kollegin habe man eigens wegen des neuen Ladens eingestellt. Eine kurzfristige Angelegenheit – Stichwort: Pop-up-Verkauf – soll das neue Geschäft nicht sein. „Wir bleiben erst mal dauerhaft in Strehla. Das ist nicht auf einen Monat begrenzt oder dergleichen“, so Hagen Schneider.

In Strehla begrüßt man den neuen Laden. „Das ist sehr positiv, auch für die anderen Geschäfte hier“, so die Chefin des Strehlaer Handels- und Gewerbevereins, Angelika Pestel. Damit steige Strehlas Attraktivität wieder, nachdem die Stadt zuletzt den Weggang der Volksbank oder die Schließung der Schlossdrogerie hinnehmen musste. Auch für die älteren Bewohner, die nur ungern in große Einkaufscenter fahren oder schlecht nach Riesa kommen, sei die neue Einkaufsmöglichkeit gut.