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Montag, 31.12.2012

„Klar habe ich das vermisst“

Ein Jahr war Martin Schmitt verschwunden. Bei seinem Comeback überzeugt der Oldie mit Rang 16.

Als wäre er nie weg gewesen: Martin Schmitt. Foto: dpa
Als wäre er nie weg gewesen: Martin Schmitt. Foto: dpa

Oberstdorf. Martin Schmitt genoss die gelungene Rückkehr auf die große Skisprung-Bühne nach einjähriger Abstinenz in vollen Zügen. „Vor dieser Kulisse oben auf dem Balken zu sitzen und herunterzu-gucken macht schon Spaß. Klar habe ich das vermisst“, beschrieb der 34-jährige Routinier seine Gefühle nach dem Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf. „Ich hatte schon den Ehrgeiz, es noch einmal zu schaffen.“

Platz 16 auf der Schattenberg-Schanze – noch vor wenigen Wochen hätte das wohl auch Schmitt kaum für möglich gehalten. Erst über die Ochsentour Continentalcup qualifizierte sich der viermalige Weltmeister für die Tournee „Ich bin happy und völlig zufrieden, dass ich so gut in Form bin und auf diesem Niveau springe.“ Mit 125 und 130,5 Metern unterstrich der Routinier seine Ambitionen, die Tournee bis zum Ende springen zu wollen. „Darüber mache ich mir keine Gedanken. Aber ich glaube, Garmisch wird nicht mein letztes Weltcupspringen“, erklärte Schmitt mit einem verschmitzten Lächeln. „Wobei: So viele Sachen zum Anziehen habe ich gar nicht dabei.“

Schritt für Schritt rangekämpft

„Das ist einfach grandios. Ich gönne es ihm, weil er so lange dafür gekämpft hat. Das ist Weltklasse“, sagte Teamkollege Richard Freitag. Und Bundestrainer Werner Schuster meinte: „Es ist toll, einen weiteren Spitzenspringer im Team zu haben. Vor allem, wenn er die Massen so elektrisiert.“ Beim Auftakt schrien 24500 Zuschauer den Routinier, der von seiner Popularität trotz fehlenden sportlichen Erfolges kaum etwas eingebüßt hat, ins Tal hinunter. „Ich habe mich Schritt für Schritt herangekämpft. Auch wenn ich zwischenzeitlich ziemlich weit weg war, habe ich mich nicht beirren lassen und immer an mich geglaubt“, berichtete Schmitt mit leuchtenden Augen.

Endlich ist die Freude zurückgekehrt, die er so lange vermisst hat. Nach dem Neujahrsspringen 2012 war er aus dem A-Team verbannt worden. Nun liebäugelt Schmitt damit, noch einmal dauerhaft ins Weltcup-Aufgebot zurückzukehren. Ans Karriere-Ende verschwendet er jedenfalls keinen Gedanken: „Es ist noch nicht so, dass ich sage, es reicht.“ (dpa/sid/mit rz)

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