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Freitag, 29.09.2017

Kläranlage wird modernisiert

Rund 1,4 Millionen Euro kostet der schrittweise Umbau. Derzeit wird der Nassschlamm per Lkw nach Döbeln gebracht.

Von Tina Soltysiak

Die Kläranlage in Roßwein ist derzeit eine Baustelle. Seit Anfang September wird die Schlammentwässerung erneuert. Der Dekanter ist bereits ausgebaut.
Die Kläranlage in Roßwein ist derzeit eine Baustelle. Seit Anfang September wird die Schlammentwässerung erneuert. Der Dekanter ist bereits ausgebaut.

© Dietmar Thomas

Roßwein. Rund 100 Kubikmeter sogenannter Nassschlamm fällt wöchentlich in der Roßweiner Kläranlage an. Der kann derzeit nicht direkt vor Ort behandelt werden. Denn die Schlammentwässerung befindet sich seit Anfang September im Umbau. Große Teile liegen derzeit auf dem Gelände. Diese wurden bereits ausgebaut und werden nächste Woche abgeholt. „Einmal pro Woche wird der Nassschlamm per Lkw in die Kläranlage nach Döbeln gebracht“, sagt Frank Lessig, Geschäftsführer der OFM Abwasserentsorgung GmbH, am Rande der Sitzung des Abwasserzweckverbands (AZV) „Obere Freiberger Mulde“ (OFM). Der Nassschlamm wird in Fässer gepumpt. „Die 100 Kubik entsprechen etwa zehn Lkw-Ladungen“, rechnet Lessig vor.

Weil die Bauarbeiten in der Anlage umfangreich sind, werden sie schrittweise realisiert, um den Betrieb der Anlage nicht zu unterbrechen. „Die Erneuerung der Schlammentwässerung soll bis November dieses Jahres abgeschlossen sein. Sie wird rund 350 000 Euro kosten“, so der Geschäftsführer. Die Arbeiten führt die Firma wks Technik GmbH Dresden aus. Diese ist seit 1991 im Bereich Klärsysteme tätig. „Die Belebung und Gebläse müssen ebenfalls ersetzt werden“, so Lessig. In einem sogenannten Belebungsbecken übernehmen Kleinlebewesen wie Einzeller und Bakterien die weitere Reinigung des Abwassers. Damit diese ihre Arbeit verrichten können, brauchen sie Sauerstoff. Deshalb wird über die Gebläse Luft in die Anlage geleitet. Für 2018 sind die Erneuerung der Biologie, der maschinentechnischen Ausrüstung sowie der Elektrotechnik vorgesehen. Dafür fallen Kosten in Höhe von etwa 600 000 Euro an, so Lessig. Der dritte und letzte Bauabschnitt soll erst 2021 realisiert werden. „Wir müssen schauen, wie die Kosten ins Budget passen. Schließlich stehen im Verbandsgebiet noch weitere Ausgaben an, etwa für den Bau von Ortsentwässerungen“, erklärt der Geschäftsführer. Zulauf und Rechen der Kläranlage seien momentan noch in so einem guten Zustand, dass es ausreichend sei, wenn der Austausch in fünf Jahren erfolge. Nach derzeitiger Kalkulation kommen auf den Abwasserzweckverband Ausgaben von rund 400 000 Euro zu. Das Unternehmen finanziert den Umbau prinzipiell ohne Fördergeld. Es werde jedoch auf den Einbau energieeffizienter Technik geachtet. Über die Sächsische Energieagentur beziehungsweise die Sächsische Aufbaubank könnten, wenn die Anlage unterm Strich ein gewisses Maß an Energie einspart, jedoch Fördermittel für dieses energieeffiziente Bauen beantragt werden.