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Dienstag, 14.10.2014

Kita-Essen wird fast überall teurer

Die Versorger geben die Kosten des Mindestlohns an die Eltern weiter. Nur vier Kitas kündigen deswegen ihrem Caterer.

Von Tobias Winzer

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Die Verpflegung von Kita-Kindern und Schülern wird teurer.
Die Verpflegung von Kita-Kindern und Schülern wird teurer.

© Symbolfoto: dpa

Dresdens Eltern müssen sich im kommenden Jahr auf zum Teil deutlich höhere Preise für das Kita-Mittagessen einstellen. Wie aus einer Auflistung der Stadtverwaltung hervorgeht, verlangen die Caterer ab 1. Januar bis zu 15 Prozent mehr. Als Grund für Preissteigerungen sei von den Essensanbietern vor allem der Mindestlohn genannt worden, heißt es aus dem Büro von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos). „Darüber hinaus wurden Erhöhungen auch mit steigenden Preisen für Lebensmittel und Energie begründet.“ Das Essengeld fließt jedoch nicht in die Kassen des Rathauses. Die Elternvertreter der Kitas legen die Verträge jeweils mit den Caterern fest.

Demnach schlägt der Anbieter Sodexo, der in Dresden 30 Einrichtungen beliefert, zwischen fünf und elf Prozent auf die Essenpreise drauf. In der Kita Struppener Straße kostet es beispielsweise ab Januar 2,68 Euro statt 2,56 Euro. In der Wilder-Mann-Straße müssen die Eltern 2,85 Euro statt 2,55 Euro zahlen. Der Anbieter RWS verlangt in der Rietschelstraße künftig 3,37 Euro fürs Mittagessen und damit 15 Prozent mehr als bisher. In anderen RWS-Kitas steigen die Preise aber lediglich um drei Prozent. Der Großanbieter Apetito schlägt in den meisten der vertraglich gebundenen 15 Kitas 39 Cent auf die bisherigen Kosten von 3,01 Euro pro Mittagessen auf.

Auch Schulen betroffen

Nicht alle Kitas sind von Preissteigerungen betroffen. Die Anbieter Laola, Pipapo, Grünes Wunder und Grünschnabel verzichten trotz der höheren Kosten durch den Mindestlohn darauf.

Nach Angaben der Stadt wurden die Eltern bereits im Juli über die Preiserhöhungen informiert. „Die Mehrheit der Elternvertreter entschied sich dafür, die Preisanpassungen anzuerkennen“, heißt es. Lediglich vier Kitas hätten das Kündigungsrecht genutzt und ließen die Essenversorgung zum Januar neu ausschreiben. In den Einrichtungen in der Forststraße, in der Fabricestraße, Eschdorfer Straße und der Dieselstraße wird das Mittagessen ab Januar von einem neuen Anbieter geliefert.

Auch die meisten Schulen werden von Preissteigerungen betroffen sein. Grund dafür ist ebenso die Einführung des Mindestlohnes ab Januar. Daher werden die Preise schon zum Jahreswechsel und nicht erst zum neuen Schuljahr erhöht. Welche Schulen genau betroffen sind, konnte die Stadtverwaltung am Montag nicht sagen.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 25 Kommentare

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  1. Single

    Ach ist das schön Single & Kinderlos zu sein. Ist in diesem Land das Beste was einem passieren kann. :-/

  2. deutsche Sportgröße

    Wen interessirt schon Kinderbetreuung, Bildung, Soziales und ähnlicher "Ballast"? Bankenrettung, regelmäßige Diätenerhöhung, globale Kriegsspiele, Konkordatsverträge etc., pp. haben Prorität!

  3. Didi

    Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man mit 2,70 € pro Essen was vernünftiges kochen kann und dabei Gewinn macht. Wenn ich mir meine Kantine auf Arbeit anschaue, da kostet ein Teller fast 5 €. Selbst so ein oller Döner kostet mittlerweile schon 3 € und mehr, von einem Burger bei bekannten Ketten will ich da gar nicht reden.

  4. Bärchen1963

    Schön das es bei didi ne kantine gibt. das Kitaessen ist anfang der 1990er Jahre gezwungenermaßen in private Hände gelegt worden!!! Es gab zwar proteste aber plasteessen musste sein. Zu verdanken haben wir das der weitblickenden stadt cdu und ihren wirtschaftsfreunden. Die wirzschaftlichkeitsberechnungen waren genau so gefälscht wie die Prognosen zu Schulen kitas wohngebieten etc. Etliche Schulküchen und damit auch arbeitsplätzebhätten überlebt und das Essen verdiente diesen Namen. Jetzt habe ich schon mehrfach gehört das die Firmen allgemein Preise erhöhen (auch Handelsketten) um den Mindestlohn verlustneutral durchsetzen zu können. Das wirkt sich aufs Schulessen auch aus. Das Essen wird nicht besser nur der Austräger soll mal von seinem Lohn leben können.komischistnur das nur im ehem. DDR gebiet diese Trickserei mit den löhnen und preisen betrieben werden kann. Vielleicht liegts an der CDU politik?

  5. Papa

    Leute, die Essen für unsere Kinder kochen und dafür einen Lohn bekommen, von dem man nicht leben kann... @Didi: Kinder essen weniger, Gemüse kommt preiswert über Großverträge und Fleisch wollen die Kinder eh nicht viel. Dazu große, sichere Abnahmemengen mit effizienter Abrechnung. Wenn man jetzt noch die Leute unterbezahlt bleibt für den Chef schon noch einiges übrig. Aber ich zahle gern pro Monat paar € mehr, wenn die Angestellten dann von Ihrem Lohn leben können

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