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Leisnig Samstag, 23.02.2013

Kinoberg ist für Rodelspaß nur bedingt geeignet

Eltern wünschen sich eine Sperrung der Straße. Bernhard Hänel warnt davor. Er erinnert sich an Knochenbrüche zuhauf.

Von Heike Stumpf

Der Winter meint es in diesem Jahr gut mit den Kindern. Allerdings beklagen manche Familien, dass es bis zum wohl schönsten Leisniger Rodelhang an der Jahnstraße ein gutes Stück zu laufen ist, wenn man im nordwestlichen Teil der Stadt zu Hause ist. „Könnte man den Kinoberg nicht wieder sperren und damit dort das Rodeln ermöglichen“, fragte Stadtrat René Quandt (CDU) in der Ratssitzung am Donnerstag an. Mehrere Wintersportfans hätten ihn dahingehend angesprochen.

Hürde selbst für Winterdienst

Eine Sperrung käme der Kommune durchaus entgegen. Denn dieser Berg mit seiner Steigung und der Kurve mittendrin hat es in sich. Er stellt auch für den Winterdienst eine Herausforderung dar. Das bestätigte Bauamtsleiter Thomas Schröder. Aus diesem Grund ist der Berg in den vergangenen Wintern schon ab und an für den Verkehr gesperrt gewesen. Doch als Freifahrtsschein, daraus dann einen Rodelberg zu machen, will die Kommune das keineswegs verstanden wissen.

Das hat vor allem versicherungsrechtliche Gründe – und darauf hat Stadtrat Bernhard Hänel (CDU) schon vor längerer Zeit einmal hingewiesen. Ein Spielverderber will er auf keinen Fall sein. Aber er weiß aus eigener Erfahrung, dass der Berg schwer zu beherrschen ist. „Man kriegt kaum die Kurven“, erzählte Hänel. Deshalb hätten die Rodelfans früher ab und an Strohballen als Polster an den Straßenrand gekarrt. „Trotzdem gab es zuhauf Knochenbrüche“, so der Leisniger, der in diesem Viertel aufgewachsen ist.

Gefahren sieht Bernhard Hänel vor allem in dem unzureichend gesicherten Kurvenbereich, in dem sich unmittelbar an die Fahrbahn ein Hang anschließt. Der Stadtrat warnte davor, dass die Kommune in die Pflicht genommen wird, wenn sie das Rodeln gestattet und sich dort ein Kind das Bein oder sogar mehr bricht. „Früher haben wir da nicht groß darüber nachgedacht. Aber heute wird gleich die Schuldfrage gestellt. Dann sind wir dran“, meint Hänel. Er jedenfalls möchte dafür keine Verantwortung übernehmen.

Auf eigene Verantwortung

Das will auch die Verwaltung nicht, beteuerte der Bauamtsleiter. René Quandt schlug vor, eine Art stillschweigende Vereinbarung zu treffen. „Wir sollten den Kinoberg dann nicht offiziell zum Rodeln freigeben, aber auch nichts dagegen haben, wenn Eltern mit ihren Kinder dort auf eigene Gefahr rodeln“, so der CDU-Mann.