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Kfz-Versicherung: Die Police ist Pflicht. Die Tarife variieren stark

Die Kfz Versicherung ist für jeden Autofahrer in Deutschland von immenser Wichtigkeit und ganz grundsätzlich Pflicht. Fakt ist, das diese Versicherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Beitragsanpassungen und Tarifänderungen finden allerdings jedes Jahr aufs Neue statt. Worauf bei der Wahl der Kfz-Versicherung zu achten ist, zeigt dieser Artikel.

20.09.2017

cherung: Die Police ist Pflicht. Die Tarife variieren stark
Glasschäden sind durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt | Pixabay.com © maxmann (Pixabay-Lizenz)

Stichtag 30. November - oder doch nicht?

Alle Jahre wieder zeigt sich dasselbe Bild: Der November neigt sich dem Ende zu und es herrscht Hochbetrieb im Bereich der Kfz-Versicherung. Verträge werden gekündigt, neue Versicherungen abgeschlossen. Vergleichsportale wie kfzversicherungtrotzschufa.de helfen dabei, auch unter erschwerten finanziellen Bedingungen - wie beispielsweise einer negativen Schufa-Auskunft - die passende Versicherungsgesellschaft zu finden.

Warum der 30. November die Deadline ist, ist schnell erklärt: Mit einer Kündigungsfrist von einem Monat konnten Autofahrer bis dato ihren Jahresvertrag bis zum 30. November des Jahres kündigen. Doch damit ist bei vielen Versicherungsgesellschaften nun Schluss: Immer mehr verlegen ihre Fälligkeiten auf ein abweichendes Datum. Grund dafür ist das riesige Arbeitsaufkommen zum Ende des Jahres. Verbraucher sollten also das Datum ihres Vertragsablaufs zukünftig überprüfen.

So errechnet sich der Versicherungsbeitrag

Versicherungsnehmer wundern sich häufig über die großen Abweichungen in Bezug auf die Beitragshöhe. Dabei ist es durchaus möglich, dass der Nachbar mit demselben Fahrzeug weniger bezahlt. Grund dafür sind verschiedene Merkmale, welche für die Beitragsberechnung eine Rolle spielen:

-Alter des jüngsten Fahrers

-Anzahl der schadensfreien Jahre

-Datum der ersten Zulassung auf den Versicherungsnehmer

-Erstzulassung des Autos

-Jährliche Fahrleistung

-Nutzerkreis

-Selbstbeteiligung

-Typ- und Regionalklasse des Fahrzeugs

-Versicherungsumfang

Teil- oder Vollkasko: die richtige Deckung wählen

Während die Haftpflichtversicherung für alle Autofahrer Pflicht ist, können Versicherungsnehmer sich optional für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung entscheiden.

-Teilkaskoversicherung: Absicherung bei Wildunfällen, Sturm- und Hagelschäden, Diebstahl, Feuer und Explosion. Zusätzlich sind Glasschäden am Fahrzeug mitversichert.

-Vollkaskoversicherung: Teilkaskoschäden sind grundsätzlich in der Vollkaskoversicherung eingeschlossen. Während diese sich auf Schäden durch Dritte beschränkt, sind bei der Vollkasko auch eigene, selbst verschuldete Beschädigungen wie ein Karosserieschaden durch einen Auffahrunfall mitversichert.

Achtung: Diese Wahl, ob das Fahrzeug überhaupt eine Kasko-Versicherung bekommt und wenn ja, welche, hat nicht jeder. Gerade diejenigen, die eine Kfz-Versicherung trotz negativer Schufa-Auskunft suchen, müssen sich häufig mit der Pflicht-Variante, der Kfz-Haftpflichtversicherung, zufrieden geben.

Inwiefern sich die Absicherung durch eine Kaskoversicherung lohnt, ist von den eigenen Gegebenheiten abhängig. Lohnt sich eine Reparatur des Fahrzeugs? Kann der Halter diese unter Umständen selbst bezahlen? Stehen ihm die finanziellen Mittel zur Verfügung, um selbst für die Reparatur oder eine Neuanschaffung aufzukommen, ist eine Kaskoabsicherung nur bedingt sinnvoll. Die Wahl des Deckungsumfanges ist auch davon abhängig, wie hoch der Beitrag für die Voll- oder Teilkasko ist. Verbrauchern wird empfohlen, sich ein Angebot unter Berücksichtigung verschiedener Selbstbehalte einzuholen.

Das System der schadensfreien Jahre

Die schadensfreien Jahre sind eines der wichtigsten Merkmale des Kfz Versicherung. Mittels dieses Systems werden Autofahrer für ihre vorsichtige und bedachte Fahrweise belohnt. Mit jedem Jahr, in dem der Versicherungsnehmer unfallfrei fährt, steigt die Zahl seiner schadensfreien Jahre. Sollte es zu einem Unfall kommen, sind diese Jahre anhand einer vorgegebenen Tabelle zurückzustufen.

Die Rückstufung ist nicht abhängig von der Höhe des Schadens, sondern von der Anzahl der Ereignisse innerhalb der Versicherungsperiode. Die schadensfreien Jahre sind für die Haftpflicht- und die Kaskoversicherung jeweils separat zu zählen. Viele Versicherungsgesellschaften bieten ihren Kunden sogenannte „Rabattretter“ an, durch die bei einem Unfall keine Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts stattfindet. Dies gilt jedoch nur so lange, wie der Versicherungsnehmer bei dieser Gesellschaft versichert bleibt. Bei einem Wechsel des Anbieters findet die Rückstufung statt.

Vertrag kündigen: So ist es möglich

Die Kündigung muss einem Monat vor Ablauf des Vertrages vorliegen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung. Der Versicherungsnehmer muss diese schriftlich, unterschrieben und unter Angabe von Gründen einreichen. Mögliche Gründe dafür sind die Abmeldung des Fahrzeugs bei der Zulassungsstelle oder der Verkauf. Wenn der Versicherer den Beitrag erhöht, ohne dabei die Leistungen zu verbessern, können Versicherungsnehmer ebenfalls den Vertrag kündigen.