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Keine Kekse für Zeithainer Häftlinge

Das Land will Häftlingen künftig die Fresspakete von draußen streichen. Das soll die Sicherheit erhöhen.

08.11.2010
Von Nicole Preuß

Zeithains Häftlinge werden zum Weihnachtsfest 2011 umsonst auf Kekse und Stollen von außen warten. Nach Hessen will nun auch der Freistaat solche Lieferungen verbieten. Mit dem Gesetzesentwurf will die Regierung die Sicherheit in den Gefängnissen erhöhen. „Gerade in Lebensmitteln lassen sich unerlaubte Gegenstände wie Drogen und Handys verstecken“, sagt Till Pietzcker, Sprecher des Justizministeriums. Ersatzweise soll es möglich sein, Geld auf das Hauskonto des Gefangenen zu überweisen. Mit den Euros könnte er dann im Gefängnis einkaufen gehen.

Bisher empfingen Häftlinge in sächsischen Gefängnissen drei Mal im Jahr ein Paket mit Nahrungs- und Genussmitteln. Gefangene im Jugendstrafvollzug dürfen schon länger keine Lebensmittelpakete mehr bekommen. Die Gesetzgeber fürchteten, dass mit den Sendungen Waffen eingeschmuggelt werden könnten. Pakete der Strafgefangenen wurden deshalb in der JVA Zeithain mit einem Röntgengerät durchleuchtet. Auspacken durften die Gefangenen nur im Beisein von Justizbeamten, sagt die Sprecherin der JVA Stephanie Ebert. Meist werde Kaffee, Tabak und Schokolade geschickt. Besonders zu Ostern und Weihnachten nutzen Angehörige die Möglichkeit, einen Gruß an den Häftling zu schicken. Stephanie Ebert fände es schade, wenn die Pakete abgeschafft würden. „Schließlich sind sie eine willkommene Abwechslung für die Gefangenen“, sagt sie.