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Mittwoch, 28.03.2018 Psychotalk

Keine Angst vor Veränderung

Wir sind gestresst, wenn sich Dinge um uns ändern. Sieben Tipps, wie es auch anders geht.

Von Ilona Bürgel

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Wer in sich ruht, kommt mit Stress durch Veränderung gut zurecht.
Wer in sich ruht, kommt mit Stress durch Veränderung gut zurecht.

© dpa

  • Wer in sich ruht, kommt mit Stress durch Veränderung gut zurecht.
    Wer in sich ruht, kommt mit Stress durch Veränderung gut zurecht.
  • Ilona Bürgel
    Ilona Bürgel

Wir fusionieren. Wir ziehen um. Wir strukturieren um. Solche Ankündigungen in Unternehmen werden – gefühlt – immer häufiger, und sie bewirken meist eine große Verunsicherung, durch die Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden in Arbeit und Privatleben leiden.

Veränderung löst Stress aus . Das ist zunächst ganz normal. Stress ist eine Aktivierungs- und Anpassungsreaktion des Körpers. Sie führt dazu, dass wir unsere Ressourcen mobilisieren, um zu handeln. Problematisch ist allerdings ein Automatismus in unserem Denken, sich besonders auf Gefahren und Negatives zu konzentrieren. Sieben Tipps, mit denen Sie gestärkt aus einer Veränderungssituation hervorgehen:

Sorgen Sie gut für sich: Wer ausgeglichen und gelassen ist, reagiert anders auf schlechte Nachrichten. Er kann sie besser relativieren und wird sich weniger aufregen. Wir sind weniger anfällig für Neid und Sorgen. Wer gut drauf ist, hat den besseren Überblick, das bessere Problemlöseverhalten und ist weniger schnell aus der Balance zu bringen. Menschen, denen es gutgeht, sehen, nutzen und erweitern ihre psychischen Ressourcen und sind dadurch nicht nur kreativer, motivierter und energievoller, sondern auch hilfsbereiter und sozial engagiert.

Wohlbefinden braucht Anstrengung: Wohlbefinden wird in der neuen Wissenschaft mehr als bisher über angemessene Anstrengung definiert. Für Sie heißt das, dass jede Veränderung eine Anpassung in der Nutzung der eigenen Stärken und Ressourcen erfordert. Und genau diese Anstrengung wird mit Wohlbefinden belohnt. Erwarten Sie daher, dass jede Veränderung mindestens eine Chance bringt: Nämlich die, daran zu wachsen.

Zählen Sie die guten Dinge des Tages: Glückliche Erinnerungen führen zu optimistischeren Erwartungen für die Zukunft. Zählt man eine Woche lang angenehme Dinge des Tages zusammen, fühlt man sich danach noch glücklicher und dankbarer. Viel zu oft übersehen wir das Gute und Angenehme. Weil wir daran gewöhnt sind, wir auf etwas anderes warten oder zu gestresst sind.

Tun Sie so, als ob: Gute Gefühle, egal ob echt oder unecht, wirken und machen zum Beispiel stressresistenter und gesünder. Gerade in Krisenzeiten laden wir viel zu viel auf die Belastungswaagschale unseres Lebens. Da wir nicht wissen, wie lange die Krise anhält und wir nur in einem guten mentalen Zustand gute mentale Lösungen finden, ist die beste Investition die in die Waagschale unseres Wohlbefindens.

Erinnern Sie sich an Erfolge: Wir haben schon so viel in unserem Leben hinbekommen, sind aus Krisen gestärkt hervorgegangen, haben gelernt, was nötig war. Jeder hat Veränderungen aller Art hinter sich gebracht. Erinnern Sie sich zum Beispiel mit Ihren Kollegen an konkrete Situationen, die Sie bewältigt haben. Das stärkt das Vertrauen in sich und die Zukunft. Gab es nicht auch bei der letzten Umstrukturierung zu wenige und zu spät Informationen? Und trotzdem hat sie am Ende funktioniert. Suchen Sie nach guten Beispielen, wie Sie das damals hinbekommen haben, und machen Sie das Gelungene nach.

Befassen Sie sich mit Tatsachen: Besorgen Sie sich Fakten zu dem, was alle bewegt. Wenn diese noch nicht vorhanden sind, dann heißt es, abzuwarten. Fragen Sie sich, wenn Sie nachdenken: Ist das eine Information oder eine Spekulation?

Halten Sie zusammen: Soziale Unterstützung ist einer der Schlüsselfaktoren, um in den „Flow“ Zustand zu kommen, den Zustand optimaler Leistungsfähigkeit. Dieser Faktor kann immer gefördert werden – auch und gerade, wenn die Zeiten unsicher oder besonders anstrengend sind. Stärken Sie den Zusammenhalt, investieren Sie in kleinste gemeinsame Aktionen. Ermutigen Sie zur gegenseitigen Hilfe.

Dr. Ilona Bürgel ist Diplom-Psychologin und in Dresden u. a. als Coach und Autorin tätig.

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