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Montag, 27.11.2017

Katastrophenplan für den Blackout

Das Rathaus bereitet sich auf einen großen Stromausfall vor. Dabei kommt es aber auch auf jeden Dresdner an.

Von Christoph Springer

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Gute Vorbereitung und Improvisationstalent helfen bei einem Stromausfall. Eine Taschenlampe sollte man im Haus haben, Kerzen sowieso. Dazu empfehlen Fachleute einen Gaskocher, um auch ohne Strom noch warme Mahlzeiten zubereiten zu können.
Gute Vorbereitung und Improvisationstalent helfen bei einem Stromausfall. Eine Taschenlampe sollte man im Haus haben, Kerzen sowieso. Dazu empfehlen Fachleute einen Gaskocher, um auch ohne Strom noch warme Mahlzeiten zubereiten zu können.

© action press

Das Licht geht aus. Der Kühlschrank kühlt nicht mehr. Fernseher und Radio bleiben stumm, der Handyakku ist bald leer. Fällt der Strom aus, gehen plötzlich viele Selbstverständlichkeiten verloren. Die Stadt bereitet sich auf diesen Fall sehr genau vor. Regie führt dabei Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU), der unter anderem für das Brand- und Katastrophenschutzamt zuständig ist. Das Szenario: In ganz Dresden gibt es mehrere Tage lang keinen Strom.

Mögliche Ursachen: Naturgewalten, technisches Versagen oder Terror

Auslöser können Hochwasser, Sturm, der Masten umkippt, oder ein Eisregen sein, der Leitungen beschwert und reißen lässt. Auch technische Probleme im Leitungsnetz sind denkbar. „Man ist nicht allein in der Welt, durch das europäische Verbundnetz hängt alles zusammen“, sagt Sittel. „Wenn ein Problem im Netz irgendwo auftaucht, kann das bis zu uns durchschlagen.“ Dieses Szenario hält er für das wahrscheinlichste. Die Schlimmste aller Möglichkeiten ist eine Terrorattacke. „Bei einem Anschlag auf die Energieversorgung wird es womöglich nicht bleiben, sondern auch noch andere Einrichtungen treffen.“

Erster Schritt: Das Lagezentrum im Rathaus nimmt die Arbeit auf

„Die Mitarbeiter haben eine Anweisung: Finde Dich im Stabsraum ein und warte nicht auf eine Alarmierung“, erklärt Sittel. Zum Stab gehören unter anderem Feuerwehr, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und Mitarbeiter aus dem Rathaus. Sie nehmen Kontakt zur Polizei und übergeordneten Behörden, Krankenhäusern sowie der Drewag und den Verkehrsbetrieben (DVB) auf. Bei einem Anschlag muss die Stadt auf Hilfe durch staatliche Stellen setzen. „Es besteht die Gefahr von Folgeanschlägen“, sagt Sittel.

Kommunikation aufbauen: Einfacher Ersatz für Telefon und Internet

Polizei und Katastrophenschutz können auf Funkgeräte setzen. Um die Bevölkerung zu erreichen, plant die Stadt bei Stromausfall ein Meldersystem und Kommunikationspunkte. Mitarbeiter aus dem Rathaus und den Ortsämtern nehmen dort Hinweise entgegen und informieren über neueste Entwicklungen. Melder, die bei passender Witterung auch per Fahrrad unterwegs sind, halten Kontakt zum Lagezentrum im Rathaus. Können die Radiostationen noch oder wieder senden, hilft zu Hause ein Kofferradio mit Batteriebetrieb.

Selbst versorgen: Dresden setzt auf das Kraftwerk Nossener Brücke

Bei einem technischen Problem außerhalb der Stadt soll das Dresdner Netz abgekoppelt werden. Dann könnte das Kraftwerk an der Nossener Brücke wenigstens einen Teil der Stadt wieder mit Strom versorgen. Sittel spricht von einer Insellösung. Dabei kann das Kraftwerk wie üblich mit Gas, falls nötig aber auch mit Öl betrieben werden. Etwa ein Drittel des Stroms, den die Stadt im Normalfall braucht, kann in dem Kraftwerk hergestellt werden.

Links zum Thema

Schwerpunkte setzen: Zuerst kommen die Kliniken wieder ans Netz

„Krankenhäuser und Katastrophenhelfer brauchen unmittelbar Strom“, sagt Sittel. Die Kliniken haben eigene Generatoren, mit denen sie sich vorübergehend selbst versorgen. Auch die Lebensmittelversorgung muss sichergestellt werden. „Kultureinrichtungen brauchen für ihre Sicherheit Strom“, sagt Sittel. Kitas werden gebraucht für Eltern, die im Hilfseinsatz sind.

Sprit sparen: Kraftstoff wird für Einsatzfahrzeuge und Retter gebraucht

Auch die Pumpen an Tankstellen funktionieren ohne Strom nicht. Wer kann, sollte deshalb aufs Auto verzichten. Die Straßenbahnen bleiben bei einem Blackout stehen. Der Krisenstab und die DVB müssen dann entscheiden, wo noch Busse fahren sollen. Auch dabei stellt sich die Frage, wie die Fahrzeuge betankt werden können.

Eigene Vorbereitung: Die Dresdner haben Erfahrung vom Hochwasser

„Jeder sollte sich Gedanken darüber machen, wie er seinen Tag gestaltet, wenn es keinen Strom gibt“, sagt der Ordnungsbürgermeister. Viele Dresdner wissen das spätestens seit dem Hochwasser im August 2002. „Wer keine Erfahrung damit hat, kann ja mal die Hauptsicherung rausdrehen und das durchprobieren.“ Wie man sich auf einen solchen Notfall vorbereiten sollte, steht in einem Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Dazu gehört unter anderem der Kauf eines Campingkochers.

Freude bereiten: Gute Nachricht für den Striezelmarkt

Wenn gerade mal ein Drittel des Strombedarfs gedeckt werden kann, bedeutet das nicht, dass alle Veranstaltungen ausfallen. Sittel sagt: „Noch stärker als bei Hochwasser wird bei Stromausfall die Psychologie wichtig sein.“ Deshalb sollte der Striezelmarkt dann trotzdem öffnen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 40 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Hartmut Krien

    Ein hochinteressanter Artikel! Zu genau dem Thema hatte ich am 22.7.17 in der Stadtratssitzung gefragt. Da klang die Antwort noch ganz anders. Zuzugeben, daß ich ein offenes Problem benannt hatte war den Bürgermeistern wohl nicht möglich. Ein Thema fehlt aber noch im Artikel. Mindestens 10% der Haushalte brauchen Strom für die Wärmeversorgung. Meine Frage nach autarken Wohnungen (also mit beispielsweise Öfen) wurde im Jahr 2008 als, so wörtlich: „wirklichkeitsfremd“ mit dem Hinweis beantwortet, die Stadt habe dazu keine Kenntnisse.

  2. Mo H.

    @1 Mit Öfen kennt sich NPD-Volksgenosse H. Krien ja bestens aus.

  3. Dresdnerin

    „Noch stärker als bei Hochwasser wird bei Stromausfall die Psychologie wichtig sein.“ Deshalb sollte der Striezelmarkt dann trotzdem öffnen. Hört sich irgendwie "makaber" an...

  4. Igel

    Ah ja, daheim taut mir die Froste ab und die Lebensmittel verderben, aber auf den Striezelmarkt kann ich gehen. Doll! Darf ich dann dort in den Fressbuden meine aufgetauten Lebensmittel kochen bzw. verkaufen oder muss ich alles wegwerfen, weil ich es nicht so schnell gegessen kriege und für drei Euro die Bratwurst kaufen? Vor einer Weile hat in unserem Viertel ein Bagger das Stromkabel zerruppt. Infos, Hilfe? Ach woher denn? Auf die Stadt würde ich mich da echt nicht verlassen.

  5. nettosteuerzahler

    Dresden das Tal der Ahnungslosen ? … Also, vor zwei oder drei Wochen wurden die Planungen für Massengräber aktualisiert, heute die stadtweite autonome Notversorgung …. und am Donnerstag??? die Militärische Sicherung der vitalen Infrastruktur und die Einrichtungen von robusten Kontrollzonen??? Na Na ….überall diese Verschwörungspragmatiker … was wohl Mutti dazu sagt??

  6. E-Ingenieur

    Deutschland hat einmal zu den versorgungssichersten Ländern der Welt gehört. Dank des Abschaltens der (eine zuverlässige Grundlast lieferenden) KKWs und dem Hinzuschalten immer neuer, ständig variierenderer Versorger (Wind, Sonne) nimmt die Netzbelastung zu und die Versorgungssicherheit zwangsläufig ab. Auch das gehört erwähnt, schließlich stehen hinter diesem "Programm" gewisse Partei(en).

  7. Lysarion

    Der Artikel wirft mehrere Fragen auf bzw. Themen die er nur anreißt. 1) Die Wasserversorgung ist auf Pumpen angewiesen, wielange sind in Dresden diese Pumpen mit USV's gesichert? 48h? Oder kürzer? 2) Die meisten Heizungen in Häusern werden versagen, da moderne Heizungen fast immer Strom zum Betrieb benötigen Aus 1+2 ergeben sich Notwendigkeiten wie z.B. Wasservorrat (immerhin - realistischer Weise - 5 Liter pro Tag und Person!), Autonome Heizsysteme wie z.B. Kaminöfen. Aber ein Teil der Dresdner (ich sage nur Hartz IV) wird Probleme haben das Geld für die Krisenvorsorge (Lebendsmittel, Radio, alternative Kochmöglichkeiten) aufzubringen. Was plant die Stadt für diese Menschen? Hat sie einen Notvorrat?

  8. @5.

    48 Stunden?? Wo sollen die USVs dafür herkommen oder stehen? Da gibt es allenfalls einen Notstromdiesel, der läuft bis der Tank leer ist. Die USVs in den Gasregelstationen z.B. haben bei deutlich geringerer Last eine Überbrückungszeit von ca. 2 Stunden. Danach ist Pumpe. Auch für Gaskraftwerke, die für einen Wideraufbau des Netzes dringend gebraucht würden. Es ist ein Wahnsinn wie leichtfertig die "Öko"-Strategen die Netzsicherheit in Deutschland gefährden und die Menschen mit "100% Ökostrom" verblöden dürfen. Batteriespeicher werden nie dafür ausreichen, ausreichend Puffer für den Ausfall von Flatterstromerzeugern zu stellen. Wahrscheinlich muss tatsächlich erst mal der Ernstfall (Ausfall der Stromversorgung für mehrere Tage) mit einigen hundert Kältetoten eintreten, um die Befürworter dieser Art von "Energiewende" zum Umdenken zu bewegen.

  9. Juliane

    Ach @Igel, Sie müssen doch Ihre Lebensmittel nicht wegwerfen. Beim Hochwasser 2002 haben wir dank Stumpenkerzen und einem Gritterrost sogar noch Soße machen können zu den vorgekochten Nudeln. Gut, damals wurde angekündigt, dass in 2 h aus Sicherheitsgründen der Strom angestellt wird. @Lysarion: Man soll ja einen Lebensmittelvorrat haben. Aber für Hartz IV-Empfänger wird das irgendwann auch kritisch, weil selbst das ab einer gewissen Größe als "Vermögen" angerechnet wird. Vielmehr Sorge macht mir der letzte Absatz im Artikel. Der Striezelmarkt ist ja nun nicht das ganze Jahr über präsent, wird aber explizit erwähnt. Steht irgendwas bevor, was man uns nicht erzählen will?

  10. ausDD

    Die Stadt und auch der Artikel dazu sind ja sehr blauäugig. Spätestens nach 72h Stromausfall wird es zu Plünderungen kommen, da die "beliebten" bargeldlosen Bezahlsysteme nicht mehr funktionieren (2002 hatten die meisten noch etwas Bargeld), aber die Menschen was zum Essen und Trinken brauchen. Die nicht funtionierenden Heizungen, die hier oft genannt werden, sind das kleinste Problem. Die Beibehaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ist das größte Problem der Stadt bei einen längeren Stromausfall.

  11. Der Schweißer

    Da kann man planen soviel man will: einen totalen Blackout hält die Stadt für maximal 4 Tage aus, dann beginnt das Zerfleischen.

  12. Wolf

    Grad kommt mein Weib, schön wie der Morgen, und lächelt fort die deutschen Sorgen. Im Vertrauen auf das Misslingen der Energiewende und die ausbleibende globale Erwärmung habe ich einen Gaskocher, einen Gasheizer, ausreichend Trockenfutter und eine nicht zu große Wohnung angeschafft. Außerdem könnte man, so der Diesel noch reicht, nach Tschechien fahren, dort gibt es noch ein Kernkraftwerk und viele laufende Kohlekraftwerke, die billigen Strom sicher zur Verfügung stellen können. Danke, liebe Frau Merkel, danke liebe Grüne, LInke, SPD und leider für die Vergangenheit auf FDP (Hats inzwischen gerafft). Anfang der 60er Jahre habe ich mich als Kind bei den regelmäßigen Stromabschaltungen am Abend im Winter immer etwas gegruselt. Wir dachten damals, als es Mitte der 60er elektrisch aufwärts ging, das kommt nie wieder. Was wird aus Transitreisenden, die hier an den Tankstellen stranden und Hotelgästem, die nicht mehr weg können. Menschen auf der Strecke in den Zügen und am Flughafen ??

  13. Oberlehrer

    Ja, wir werden alle sterben. Aber das größte Problem bei einem Stromausfall wird vermutlich sein, dass die üblichen Verdächtigen nicht mehr auf sz-online.de ihren Senf dazugeben können...

  14. Lysarion

    @8 - es geht um die dezentralen Wasserpumpen ohne die ein Netz nicht funktioniert. Wielange die durch USV's gepuffert sind, weiß ich nicht und der Journalist fragt leider nicht danach. @Juliane - ich hatte das "Vermögens" Thema nicht auf dem schirm nur die Anschaffungskosten. "Der Striezelmarkt ist ja nun nicht das ganze Jahr über präsent, wird aber explizit erwähnt. Steht irgendwas bevor, was man uns nicht erzählen will?" SEHR GUTE ANMERKUNG! - Liebe SZ geht dem bitte mal nach!

  15. Egon Olsen

    Das Ende ist nah!

  16. jk

    Wenn in DD dieser Fall eintritt und "Ordnungsbürgermeister"-Darsteller Sittel immer noch in dieser Position ist, möchte ich bitte ganz weit weg sein. Denn Sittel ist mit seiner "Einschätzung" ganz vorne dabei: „Noch stärker als bei Hochwasser wird bei Stromausfall die Psychologie wichtig sein.“ Deshalb sollte der Striezelmarkt dann trotzdem öffnen. Zuerst haben wir einen Terroranschlag "am Besten" gleich auf das Kraftwerk Nossener Brücke, der zu einem weitreichenden Stromausfall in DD führt. Daraufhin kann man beobachten, dass viele Dresdner dennoch zum Striezelmarkt gehen, um unter Leute zu kommen, was Warmes trinken zu können und sich auszutauschen. Was werde ich wohl als nette IS-Fachkraft durchführen wollen, wenn ich bemerke, dass sich aufgrund meines erfolgreich durchgeführten Stromausfalls ein oder mehrere christliche Weihnachtsmärkte immer mehr mit Menschen füllen? Da bin ich dann mal gespannt auf die Psychologie, wenn es dort auch noch kracht.

  17. Horst aus'm Horst

    @alle KKW Befürworter: Wie großartig KKWs bei einem totalen Netzausfall funktionieren hat Herr Elsberg in seinem Roman "Blackout" gut recherchiert beschrieben. Brace yourself! Winter's coming!

  18. Realist

    Werter Oberlehrer dann gehören Sie ja auch zu dem PROBLEM denn Sie geben ja auch Ihren Senf dazu ???

  19. Volker W.

    @Lysarion: Ob Striezelmarkt oder nicht. Denke, es geht um Ablenkung von Problemen. Im Januar würde es heißen "deshalb sollte der Semperopernball trotzdem stattfinden" oder "deshalb sollte der Ski-Weltcup stattfinden und alle Stromressourcen müssen in die Schneekanonen geleitet werden". Wie war das mit Thomas de Maizière - Informationen - Beunruhigung?

  20. blackdodge

    ich empfehele bei soclhen Diskussionen immer wieder das LESEN. Lest BITTE das Buch " Blackout " welches eigentlich solch ein Szenario gut darstellt. Übrigens, auch das Pumpspeicherwerk in Niederwartha hätte in dem Fall schon seinen Sinn. Aber es will ja keiner da der Strom fürs hochpumpen ja nicht vergünstigt ist sondern auch die Irre Zulage kostet. und wer was gegen Kohlekraftwerke als Grundlasterzeuger hat, Das Hochfahren eines solchen Blockes dauert ca 24 Stunden da es langsam erwärmt werden muss. Ichj bin auch für ÖKO, aber solange sowas nicht langfristig gespeichert werden kann.............

  21. Hartmut Krien

    Das Rathaus ist blauäugig und zerstritten. In einer patriotischen Welt unter einem Einzigen der den Ton angibt läuft es besser. Wissen Sie warum der Stadtratslive Stream nur bis 12.2016 zurück reicht. Weil ich in der Novembersitzung angemerkt hatte, daß die Großkopferten am 3.Oktober 2016 zwar hinter nafrisperren vor Anschlägen geschützt waren, die Stritzelmarktbesucher aber diesen Schutz nicht haben. BM Sittel tat das damals mit einer spöttischen Bemerkung ab. Dann kam 4Wochen später der Anschlag in Berlin und noch am gleichen Wochenende wurden die Betonblöcke gesetzt.WENN DIE DOCH EINFACH MAL DAS PARTEIDENLEN BEISEITE LASSEN KÖNNTEN UND AKZEPTIEREN ,DASS ALLE STADTRÄTE FÜR DAS WOHL DER STADT ARBEITEN

  22. Thomas

    Genau deshalb sollte man die Konzepte der Industrie 4.0 nicht auf Versorgungsbetriebe und Kraftwerke anwenden. Die sollen schön losgelöst vom Internet auch ihre Dienste verrichten können.

  23. Steffen Fuchs

    Nicht so neu: Vor ungefähr 40 Jahren gab es DDR-weit ein paar Tage kaum Strom, weil die Braunkohle im Tagebau und den Wagons eingefroren war. Und dann hilft Rationierung: Ein bisschen Strom wird immer da sein, und der geht dann zuerst an die Stellen die für die Stromversorgung nötig sind, dann ans Wasserwerk und die andere Infrastruktur, und zum Schluss kriegt jeder Stadtteil nochmal eine Stunde Strom am Tag. Ach so, Bargeld nützt bei Stromausfall auch nur auf dem Wochenmarkt etwas, oder kennen Sie einen Supermarkt mit Fenstern, dass man im Regal noch was sehen könnte? Plündern wird aber nicht nötig sein, weil die Supermärkte ihre Lagerbestände wegen Unterbrechung der Kühlkette eh entsorgen müssen wird viel noch brauchbares in Containern zu finden sein.

  24. Oberlehrer

    @18.: Natürlich wäre es ein Problem - ach, was sag ich - eine Katastrophe!, wenn die Welt auf meine fundierten Kommentare verzichten müsste! Aber mal etwas ernsthafter: Stromausfälle (auch mehrtägige!) können aus verschiedenen Gründen vorkommen. Bei der 2002er Flut waren wir - glaube ich mich zu erinnern - ca. 10 Tage ohne Strom. Im Münsterland gab es m.W. auch vor ca. 10 Jahren einen mehrtägigen Stromausfall.

  25. Steffen Fuchs

    Nicht so neu: Vor ungefähr 40 Jahren gab es DDR-weit ein paar Tage kaum Strom, weil die Braunkohle im Tagebau und den Wagons eingefroren war. Und dann hilft Rationierung: Ein bisschen Strom wird immer da sein, und der geht dann zuerst an die Stellen die für die Stromversorgung nötig sind, dann ans Wasserwerk und die andere Infrastruktur, und zum Schluss kriegt jeder Stadtteil nochmal eine Stunde Strom am Tag. Ach so, Bargeld nützt bei Stromausfall auch nur auf dem Wochenmarkt etwas, oder kennen Sie einen Supermarkt mit Fenstern, dass man im Regal noch was sehen könnte? Plündern wird aber nicht nötig sein, weil die Supermärkte ihre Lagerbestände wegen Unterbrechung der Kühlkette eh entsorgen müssen wird viel noch brauchbares in Containern zu finden sein.

  26. Oberlehrer

    @21: Ja, wie gut es in "einer patriotischen Welt unter einem Einzigen der den Ton angibt" läuft, ist uns aus der Geschichte bekannt. Sie könnten Ihre Führergläubigkeit auch etwas geschickter zu kaschieren versuchen. Etwas intelligentere Zeitgenossen als Sie wissen auch, dass die Dinger "Nizzasperren" heissen und auch schon beim Tag der Deutschen Einheit eingesetzt wurden (und dass dies damals auch schon lang und breit thematisiert wurde).

  27. Mo H.

    @26 H. Krien ist NPD-Mitglied und hat sich auch mal in den Stadtrat gemogelt. Das sich diese Person mit "einer patriotischen Welt unter einem Einzigen der den Ton angibt" auskennt sollte daher nicht verwunderlich erscheinen. Vermutlich sollte dieser auch noch "Adolf" heißen.b

  28. Gunter Zeidler

    ... und jedermann kann dann noch einmal die Klospülung betätigen. Nix Strom - nix Wasserdruck auf der Leitung.

  29. Der Schweißer

    @Oberlehrer: Wir haben 2002 auch paar Tage keinen Strom gehabt, aber das war regional begrenzt, z.B. der Laubegaster konnte dann immer noch in Leuben einkaufen gehen. Das ist nicht vergleichbar mit einer Situation, wenn in einer ganzen Großstadt oder vielleicht noch schlimmer, im ganzen Land der Strom weg wäre.

  30. Der Schweißer

    @Steffen Fuchs: Kein Vergleich, da waren die Leute noch nicht vom Smartphone abhängig ;-)

  31. entejens

    "Auslöser können Hochwasser, Sturm, der Masten umkippt, oder ein Eisregen sein, der Leitungen beschwert und reißen lässt. Auch technische Probleme im Leitungsnetz sind denkbar. „Man ist nicht allein in der Welt, durch das europäische Verbundnetz hängt alles zusammen“, sagt Sittel. „Wenn ein Problem im Netz irgendwo auftaucht, kann das bis zu uns durchschlagen.“ Dieses Szenario hält er für das wahrscheinlichste. Die Schlimmste aller Möglichkeiten ist eine Terrorattacke." Und jetzt überlege ich, welches dieser Probleme es bei KKW nicht gäbe bzw. geringere Folgen hätte - mir fällt erstmal nix ein. Und was die Speichertechnologie angeht, das wird noch, vor knapp 200 Jahren war eine Eisenbahnfahrt mit 30 km/h auch eine Fahrt mit dem Teufel (später ebenso mit dem Auto).

  32. Joe

    Hier werden wesentliche Ressourcen gerade im bereich Kommunikation außer Acht gelassen: Hilfsorganisationen & Funkamateure beispielsweise. In einer Krisensituation wird ein Ordnungsamt niemals ausreichend leute haben, die als "Melder" mit dem Fahrrad durch die Gegend flitzen. Klingt eher nach Schützengraben 1. WK als nach sinnvollem Konzept.

  33. Rob

    Warum das gerade jetzt thematisiert wird? Weil der Winter vor der Tür steht und damit die Gefahr der sogenannten "Dunkelflaute" erheblich größer ist als sonst im Jahr, deren Folgen aber mit dem ungebremsten, aber eben auch ungepufferten Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung immer bedrohlicher werden. Die Zahl der Alarmsituationen bei den Netzbetreibern steigt seit einigen Jahre kontinuierlich und irgendwann kommt der Punkt, wo deren Regelmöglichkeiten nicht mehr ausreichen und das Netz zusammenbricht. Ganz ohne Anschlag. Und garantiert nicht nur in ein oder zwei Dresdner Stadtteilen...

  34. Der Schweißer

    @Rob: Am 24. Januar 2017 war es ja schon fast soweit.

  35. Bedenklich

    Dresden hat ja mindestens 3 Energiekraftwerksbetreiber mit eigenen Anlagen. Wenn es zusätzlich auf all diesen neu errichteten und zu errichtenden Gebäudekomplexen Solaranlagen mit Vorort-Instandhaltungs-und Updateservice (bspw. v. Solarworld) vorschreiben würde, hätte man bereits ein redundantes System, welches zusätzlich noch einmal Energie von außerhalb beziehen kann. Dann wäre man schon ziemlich gut aufgestellt. Aber natürlich gibt es Grenzen sinnvollen Wachstums- auch für Dresden. Ab einem bestimmten Punkt sind die Investitionskosten und die Risiken im Vergleich zu den Vorteilen der Metropolisierung zu groß. Würde bspw. ein großer Terror- oder Kriegsangriff Dresden und Leipzig erschüttern, wäre gleich die Existenzfähigkeit Sachsens vernichtet, weil sämtliches höherwertige Know-how hier stark zentralisiert worden ist. Das Know-how aller Studiengänge u. Meisterberufe soll in e. Fernuni in Löbau sein. Die Zusammenlegung der Stromkonzerne Dresdens gefährdet die Ausfallsicherheit!!!

  36. knut knebel

    Ein Stromausfall - möglichst lange - wäre höchst sinnvoll, diente er doch u.a. der Erdung pappeblöder "Verbraucher"massen hin Richtung mehr Menschsein. Nur aufgrund dreisten Verbrauchs nicht selbst erwirtschafteter/erzeugter Naturressourcen kommt es zu @34-Tagen. Also das Kraftwerk Nossener Brücke ist zu 90-95% von Putin-Gas abhängig - also voll linksgrün versiffter Mist dort, da sollte man die Russen schon noch bissel mehr ärgern. Ansonsten völliges Gaga-Thema, unsere Stadtverwaltung ist schon im friedlichen Alltag ein absoluter Chaoshaufen ohne Ziel, Plan oder gar Führung. Da wird im Ernstfall gar nichts gehen. Wir leben quasi in einem permanenten Verwaltungs-Störfall, schaut nur ins Kleinklein der Prozesse. Obwohl - dürft ihr ja nicht. Tja. Ach, wie ist das dann mit dem Kommentieren? Kommt die SZ dann zu mir und holt meinen super Kommentar ab? Hauptsache Ordnungsdetlef hat noch seinen Außentermin-Hut auf, der ganze Rest ist mir im Ernstfall wurst. Dosenraviolinist im Pollunder knut

  37. jk

    @36 knut knebel: So macht Kommentare lesen Spaß.

  38. Lore

    Omg - und wenn der Blackout kommt und es ist gerade Ostern, wie soll dann so schnell ein Striezelmarkt aufgebaut werden ??????

  39. Pragmatiker

    Als ehemaliger Dresdner las ich höchst amüsiert diesen Artikel und wurde an den Winter 1978/1979 erinnert. So etwas würde man in Köln nie lesen, also Hochachtung an die Dresdener Presse. Die Beseitigung der Schäden im genannten Winter dauerte Wochen und Monate. Und das Kuriose an der damaligen Situation war tatsächlich, dass die Brauereien, wenn sie denn Strom hatten, voll produzieren durften, ebenso wie Dresdner Zigarettenfabriken, die anderen aber auf die sogenannte technische Mindestlast herabgestuft wurde. Hier hatte die DDR seit den 50-iger gut geplant, denn sie war auf den Mangel vorbereitet. Für die Bundesrepublik habe ich da meine leichten Zweifel, denn es werden ab 2023 ca. 10 GW aus KKW und nochmals ca. 2,7 GW aus alten Braunkohlekraftwerksblöcken fehlen, das sind ca. 18 % an der Last. Das Verbundnetz kann uns aber nur begrenzt helfen, d.h. wir werden zum Pflegefall Europas. Übrigens läßt die DIN EN 50160 einen "Blackout" für genau 43,8 Stunden zu (f=47- 52 Hz).

  40. Pragmatiker

    Als ehemaliger Dresdner las ich höchst amüsiert diesen Artikel und wurde an den Winter 1978/1979 erinnert. So etwas würde man in Köln nie lesen, also Hochachtung an die Dresdener Presse. Die Beseitigung der Schäden im genannten Winter dauerte Wochen und Monate. Und das Kuriose an der damaligen Situation war tatsächlich, dass die Brauereien, wenn sie denn Strom hatten, voll produzieren durften, ebenso wie Dresdner Zigarettenfabriken, die anderen aber auf die sogenannte technische Mindestlast herabgestuft wurden. Hier hatte die DDR seit den 50-iger gut geplant, denn sie war auf den Mangel vorbereitet. Für die Bundesrepublik habe ich da meine leichten Zweifel, denn es werden ab 2023 ca. 10 GW aus KKW und nochmals ca. 2,7 GW aus alten Braunkohlekraftwerksblöcken fehlen, das sind ca. 18 % an der Last. Das Verbundnetz kann uns aber nur begrenzt helfen, d.h. wir werden zum Pflegefall Europas. Übrigens läßt die DIN EN 50160 einen "Blackout" für genau 43,8 Stunden zu (f=47- 52 Hz).

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