Samstag, 16.02.2013

Katar und Galeria Kaufhof bekommen den schwarzen Zwerg

Frankfurt am Main. Der Schmähpreis „Plagiarius“ geht in diesem Jahr nach Katar: In Doha sollen 920 gefälschte Straßenlampen stehen – auf einer Strecke von zehn Kilometern, ganz öffentlich auf der Al Waab Straße in der Hauptstadt Doha. Auftraggeber: die Baubehörde von Katar. Diese Dreistigkeit hat der Verein Aktion Plagiarius nun mit dem 37. „Plagiarius“-Preis für Produkt- und Markenpiraterie verurteilt, der am Freitag zur Eröffnung der Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt vergeben wurde. Die Straßenlampen seien eine besonders skrupellose Nachbildung eines spanischen Originals.

Der zweite „Plagiarius“ ging an Galeria Kaufhof: Das Haus habe unter seiner Eigenmarke Porzellan-Geschirr vertrieben, das nach britischem Design im Original aus Portugal stamme. Weitere Schmähpreise gab es etwa für einen in China gefälschten Kärcher-Fenstersauger oder für das in Dubai vertriebene Plagiat eines WMF-Eierbechers, wie die Jury mitteilte.

Ziel der Negativ-Auszeichnung sei, „die skrupellosen Geschäftspraktiken von Plagiatoren ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren“, betonte Rido Busse, Initiator der Aktion. Die Schäden seitens der Originalhersteller seien enorm, die Gefahren für Verbraucher ebenfalls.

Die Trophäe ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase, der die exorbitanten Gewinne symbolisieren soll, die die Produktpiraten auf Kosten innovativer Unternehmen erwirtschaften. (dpa)

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