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Donnerstag, 05.10.2017

Kasse empfiehlt jetzt schon die Grippeimpfung

Der vergangene Winter mahnt: Selten schlug die Grippe im Kreis so hart zu wie 2016/2017.

Von Christian Köhler

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen empfiehlt, sich bereits jetzt gegen die im Winter erwartete Grippe impfen zu lassen. (Symbolbild)
Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen empfiehlt, sich bereits jetzt gegen die im Winter erwartete Grippe impfen zu lassen. (Symbolbild)

© dpa

Nach der warmen Sommerzeit kommt die kalte Jahreszeit. Und die bringt zumeist Husten, Schnupfen und Erkältungen mit sich. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachen (KVS) rät deshalb, sich schon jetzt impfen zu lassen. „Normalerweise beginnt die Grippewelle im Januar“, bestätigt auch Ronny Scharntke, Regionalgeschäftsführer der Barmer-Krankenversicherung in Görlitz, „aber wer sich in den nächsten Wochen impfen lässt, gibt seinem Körper genug Zeit, damit sich die schützende Wirkung des Impfstoffes entfalten kann.“

Wie wichtig der rechtzeitige Schutz vor Influenzaviren ist, hat der vergangene Winter eindrucksvoll bewiesen. Das Gesundheitsamt des Kreises Görlitz bestätigte 1 271 Grippefälle und leider auch die traurige Zahl von 13 Todesopfern offiziell. Sachsenweit wurden 73 Grippetote gezählt. 45- bis 64- Jährige waren die am häufigsten von Grippe betroffene Altersgruppe. Allerdings sei dies nur „die Spitze des Eisberges“ gewesen, wie Amtsarzt Christoph Ziesch noch Anfang des Sommers erklärte. Viele, die etwa an Lungenentzündung zu Hause oder in Pflegeheimen diesen Winter gestorben sind, könnten genauso Influenza gehabt haben, nur wurde es eben nicht nachgewiesen. Auch bei vielen anderen, so glaubt der Amtsarzt, ist kein Nachweis erfolgt. Nicht alle seien zum Arzt gegangen und nicht bei jedem, der doch ging, wurde eine Laboruntersuchung gemacht. „Da nur gesicherte Befunde im öffentlichen Gesundheitsdienst erfasst werden, können wir somit nur Tendenzen erkennen und verallgemeinernde Rückschlüsse ziehen. Es gibt mit Sicherheit eine hohe Dunkelziffer.“

Laut Sächsischem Sozialministerium, das Mitte 2017 seine Grippe-Bilanz veröffentlichte, wurden in der Saison 2016/2017 die meisten Influenza-Fälle seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2001 registriert. H3N2 ist der schlimme Typ der Influenza A, der vor allem zwischen Januar und März in diesem Jahr so vielen schwer zu schaffen machte und der bei vielen auch eine Lungenentzündung zur Folge hatte. Viele der Grippekranken – und auch fast alle Toten – waren Senioren. Aber auch an Schulen im Landkreis waren die Auswirkungen der Grippewelle zu spüren: Stundenausfall wegen erkrankter Lehrer und viele leere Plätze in den Klassenräumen. Auch Berufstätige blieben laut Erhebungen der Barmer im Durchschnitt sieben Tage aufgrund von Atemwegserkrankungen krankgeschrieben. Damit sich diese Zahlen nicht wiederholen, sollten sich besonders Risikogruppen wie ältere Menschen, Schwangere, chronisch Kranke oder Berufstätige mit Kontakt zu vielen anderen Personen impfen lassen, teilt die Barmer-Versicherung mit. Aktuelle Impfungen bieten den besten Schutz und sind beim Hausarzt oder in Gesundheitsämtern zu bekommen. Die Kosten für die Grippeschutzimpfung übernehmen die Krankenkassen.

Generell, so empfiehlt Ronny Scharntke weiter, hilft ein starkes Immunsystem gegen Grippe und Erkältungen. Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene Ernährung oder regelmäßige Wechselduschen sowie Saunagänge sorgen für Widerstandsfähigkeit. Aber auch das regelmäßige Händewaschen kann davor schützen, sich anzustecken – und das auch schon im nun einsetzenden Herbst.

Eine Impfsprechstunde gibt es in Görlitz dienstags von 14 bis 17.30 Uhr im Gesundheitsamt, Reichertstrasse 112.