erweiterte Suche
Freitag, 07.08.2015

Kantor spielt für die Orgelrettung

Die Herbrig-Orgel in der Kirche trifft die Töne nicht mehr. Das soll sich ändern.

Von Anja Weber

Kantor Lucas Pohle von der Crostauer Kirche freut sich bereits auf das Benefizkonzert in Langenwolmsdorf am 9.August.
Kantor Lucas Pohle von der Crostauer Kirche freut sich bereits auf das Benefizkonzert in Langenwolmsdorf am 9. August.

© SZ/Robert Michalk

Langenwolmsdorf. Die Orgel in der Langenwolmsdorfer Kirche ist eine Besonderheit. Es ist die größte erhaltene Herbrig-Orgel in der Region. Vater und Sohn Herbrig haben zwischen 1814 und 1861 im Raum Pirna, Sebnitz, Dresden-Land, Bischofswerda und Bautzen vor allem in Dorfkirchen 20 Orgeln erbaut. Zehn Instrumente und zwei Gehäuse sind bis heute erhalten geblieben.

Die Orgel in Langenwolmsdorf wurde in den Jahren 1843/1844 vom Sohn Wilhelm Leberecht Herbrig erbaut. Schon seit einiger Zeit bemerken die Kirchgänger, dass die Orgel nicht mehr richtig klingt oder ihr die Töne wegbleiben. Eine Sanierung ist schon lange vorgesehen, musste aber immer wieder zugunsten anderer wichtiger Reparaturen an der Kirche und wegen nicht ausreichender finanzieller Mittel aufgeschoben werden.

Einwohner haben sich nun in einer „Orgelgruppe“ zusammengefunden, sammeln Spenden und treiben die Sanierung voran. Und da gibt es bereits einige Aktionen. So gastierte unter anderem der ehemalige Sebnitzer Kantor Karl-Christian Henschke, der inzwischen in Neumünster in Schleswig-Holstein zu Hause ist. Für den 9. August ist es der Orgelgruppe gelungen, einen weiteren bekannten Kantor nach Langenwolmsdorf zu holen. Und zwar Christian Pohle, Kantor an der Kirche in Crostau und den Orgelliebhabern in ganz Sachsen bekannt. Er selbst kennt das Problem. Denn in der Crostauer Kirche soll die Silbermannorgel saniert werden und deshalb bereist er selbst viele Kirchen in Sachsen, die eine Silbermannorgel haben, und gibt dort Konzerte. Für den jungen Kantor ist es eine Selbstverständlichkeit, auch nach Langenwolmsdorf zu kommen und für die Sanierung der Herbrig-Orgel zu spielen.

Kosten müssen ermittelt werden

Das Benefizkonzert ist aber nur eine von mehreren laufenden Aktionen. Bereits vor einigen Wochen hatte die Orgelgruppe Flyer verteilt, um die Dringlichkeit des Vorhabens deutlich zu machen. Außerdem wurden Firmen in der Region angesprochen. Jetzt haben Vertreter der Orgelgruppe Fotos geschossen, um diese mit dem Antrag auf Zuschüsse von der Denkmalbehörde beizulegen. Für den kirchlichen Bauantrag wurden ein Konzept sowie eine Kostenaufstellung und der Finanzierungsplan erarbeitet, sagt Karin König von der Orgelgruppe. Außerdem hat der Kirchenvorstand erstmals darüber beraten.

Am 25. August soll die nächste Sitzung stattfinden. Der Kirchenvorstand will dann mit der Orgelgruppe zu den ersten Planungsentwürfen sprechen und auch darüber, wie es nach der Sanierung weitergeht. Denn es entstehen zum Beispiel auch Kosten für Wartungsarbeiten, für Lüftung und Heizung. „Wir wollen gemeinsam Ideen dazu entwickeln und auch darüber sprechen, was man tun kann, wie die Langenwolmsdorfer Orgel zum Beleben der Kirchgemeindearbeit genutzt werden kann“, sagt Karin König.

Darüber hinaus laufen die Spendenaktionen weiter. Aus diesem Grund hofft die Orgelgruppe auf viele Besucher zum Benefizkonzert, die natürlich Geld für die Sanierung der Herbrig-Orgel geben sollen.

Einen Zeitpunkt dafür gibt es derzeit noch nicht. Zuerst einmal muss die Finanzierung stehen und alle anderen Pläne und Unterlagen müssen zusammengestellt werden, um Zuschüsse zu erhalten.

Benefizkonzert am Sonntag, 9. August, 17 Uhr, in der Kirche Langenwolmsdorf