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Mittwoch, 04.10.2017

Kanalbau mit Hindernissen

Ab November wird ein weiterer Abschnitt des Mischwasserkanals in der August-Bebel-Straße gebaut. Wenn der Preis stimmt.

Von Cathrin Reichelt

Der Abschnitt der August-Bebel-Straße zwischen der Rathausstraße und der Pestalozzistraße ist der nächste, in dem der Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“ einen neuen Mischwasserkanal verlegt.
Der Abschnitt der August-Bebel-Straße zwischen der Rathausstraße und der Pestalozzistraße ist der nächste, in dem der Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“ einen neuen Mischwasserkanal verlegt.

© André Braun

Hartha. Der Bau des Mischwasserkanals in der August-Bebel-Straße geht in die nächste Runde. Nach dem Abschnitt von der Sonnenstraße bis zur Kreuzung Steinaer Straße ist ab November der Bereich zwischen der Rathausstraße und der Pestalozzistraße dran. Dort werden auch alle Hausanschlüsse erneuert. „Unter optimalen Bedingungen rechnen wir mit einer Bauzeit von 35  Wochen“, sagt Ina Wagner, Geschäftsführerin des Abwasserzweckverbandes (AZV) „Untere Zschopau“. Mit einer Winterunterbrechung wäre das bis August 2018. Die Arbeiten erfolgen unter Vollsperrung der Straße. Der neue Mischwasserkanal dient dazu, das Schmutzwasser aus dem Flemmingener Bach auszubinden.

Die Ausschreibung und Vergabe für das Projekt stehen noch bevor. „Die letzte Ausschreibung haben wir aufgrund der inflationären Preisentwicklung aufgehoben“, so Ina Wagner. Die Angebote lagen fast hundert Prozent über der Schätzung. Unter den beiden Firmen, die Interesse an dem Vorhaben gezeigt haben, sei auch die Baufirma des ersten Abschnitts gewesen. Sie habe diesmal völlig anders kalkuliert.

Entschieden ist dagegen schon, dass sidie Firma Fichtner Water und Transportation GmbH die Bauüberwachung übernimmt. Die Mitarbeiter überprüfen zum Beispiel die korrekte Absicherung des Baugrabens und sie kümmern sich um den Arbeits- sowie Gesundheitsschutz der Arbeiter. „Während der Bauphase kontrollieren sie jede Woche vor Ort auf der Baustelle, ob alle Vorschriften eingehalten werden“, erklärt die Geschäftsführerin. Nach dem Bau des Mischwasserkanals werde der Flemmingener Bach in einem geschlossenen Verfahren auf der gesamten bis dahin gebauten Strecke saniert und mit Kunststoff ausgekleidet. Der gemauerte Bachlauf stammt noch aus dem Jahr 1890. Ina Wagner rechnet damit, dass das Vorhaben im vierten Quartal 2018 umgesetzt wird.

Eine bautechnische Herausforderung

Anschließend erfolge die Sanierung des letzten Stücks des Bachkanals zwischen der Pestalozzistraße und dem Reinhardtsthal. „Das ist der schwierigste Abschnitt“, so die Geschäftsführerin. Denn der Bach liege unter der Bebauung. Deshalb werde die Sanierung „die größte Herausforderung für die Anwohner und die Bauleute“. Den Eigentümern der Häuser entstehen keine Kosten, versichert Ina Wagner. Die abwassertechnische Umbindung in den Gebäuden werde durch einen Haustechnikplaner begleitet. Derzeit erfolgt die Entwurfsplanung, die der AZV benötigt, um Fördergeld aus dem Hochwasserfonds zu beantragen, da der Bach durch die Flut im Jahr 2013 dauerhaft beschädigt wurde. Mit dem Beginn der Arbeiten rechnet Ina Wagner im Jahr 2020.

Einen Nachtrag in Höhe von rund 40 000 Euro hat die Verbandsversammlung unterdessen der Firma Reif-Baugesellschaft genehmigt. Sie hatte den Flemmingener Bach zwischen dem Auslauf der Kläranlage und der Sonnenstraße saniert. Dort waren Mehrarbeiten nötig, weil die Querung nicht so vorgefunden wurde, wie geplant und komplett erneuert werden musste. Damit verbunden war der Rückbau des Dükers. Auch die beengten Verhältnisse durch die Häuser auf beiden Seiten erforderten einen höheren Aufwand. Der Betrag liegt noch im Budget und wird zu hundert Prozent aus Flutmitteln gefördert.