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Mittwoch, 28.10.2015

Kanadischer Röhrsdorfer will Deutschlands Stimme werden

Norman Strauss ist 54. Er macht seit Jahren Musik – und morgen hat er seinen ersten großen Fernsehauftritt.

Von Heike Sabel

Morgen am Start bei der Suche nach der Stimme Deutschlands: Norman Strauss aus Röhrsdorf.
Morgen am Start bei der Suche nach der Stimme Deutschlands: Norman Strauss aus Röhrsdorf.

© ProSieben/Claudius Pflug

Röhrsdorf. Die Teilnehmer dieses Wettbewerbes heißen Talente, die Jurymitglieder sind Coaches: Bei der Suche nach der „Voice of Germany“ – der Stimme Deutschlands – ist manches anders. Diese Erfahrung hat jetzt auch Norman Strauss gemacht. Der 54-Jährige ist eines der Talente, die in der fünften Staffel der Musikshow ihr Glück versuchen. Wie es für Norman Strauss ausgeht, erfährt der Zuschauer morgen Abend. Der in Kanada geborene Musiker mit deutschen Eltern lebt etwa sechs Monate im Jahr in Röhrsdorf. Das Schloss gehört einem Kanadier, die Künstlerkommunität belebt es. Wenn Strauss und seine Frau nach Dresden kommen, sei es schön, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Ab morgen werden er und Röhrsdorf und die Künstlerkommunität ein bisschen bekannter sein. Das wird für alle eine neue Erfahrung.

Seit fast 25 Jahren verdient Strauss seinen Unterhalt als Sänger, Liedermacher, Seminarreferent und Musiker. Außerdem ist er Produzent für andere Musiker. Er ist ein Spätstarter, denn erst mit 18 Jahren lernte er das Gitarrespielen. „Ich wünsche mir oft, dass ich früher angefangen hätte.“ Damals arbeitete er als Holzfäller im Norden von British Columbia. Oft schliefen die Männer im Winter im Wald in Holzfällerlagern. „An den Abenden hatte ich nichts zu tun, so kaufte ich mir eine Yamaha-Gitarre und fing an, von Kassetten meiner Lieblingsmusiker wie Paul Simon und Jackson Browne zu lernen.“ Das war sein Musikunterricht. 1998 begann Strauss, in Deutschland auf Tour zu gehen.

Normans Musik ist eine Mischung von North American Folk mit Elementen von Blues und Rock. Der offizielle Ausdruck ist Americana und ein sehr beliebtes Genre in Nordamerika. Alles basiert auf akustischer Gitarre. Am liebsten schreibt Strauss gedankenvolle Songs, wie er sie nennt. In seinen Konzerten erzählt er dann auch die Geschichten zu und über seine Lieder.

Die Show geht weiter

Damit hat Norman Strauss im Vergleich zu vielen anderen Talenten bei „Voice of Germany“ schon einige Erfahrung. Was die für ihn wert ist, wird sich zeigen. Auf jeden Fall werde sich der Auftritt in der Show positiv auf seine Karriere auswirken, sagt er. „Egal, wie es ausgeht oder wie weit ich in der Show komme.“ Die Chance, sich einem großen Publikum zu zeigen, wollte er nutzen. Viele seiner kanadischen Freunde werden sich die Show ansehen, obwohl sie kein Deutsch verstehen. Auch auf Schloss Röhrsdorf wird man morgen Abend mit dem befreundeten Musiker fiebern.

Dabei war sich Norman Strauss am Anfang gar nicht sicher, ob die Show das Richtige für ihn ist. „Vielleicht bin ich auch zu alt“, fragte er sich. Nachdem er sich bei anderen Musikern Rat geholt und sich eine Sendung der Show angeschaut hatte, stimmte er der Teilnahme zu. Er hat viele junge tolle junge Sänger kennengelernt, mit vielen entwickelte sich eine Freundschaft, für manche wurde er so etwas wie ein Mentor. Der Auftritt war für Norman Strauss dann auch in gewisser Weise der einfachste Teil. „ Was mir am schwersten fällt, sind die Interviews.“

Neben den Talenten und den Coaches gibt es noch eine Besonderheit bei „The Voice of Germany“: Bewertet werden die Musiker nur aufgrund ihrer Stimme. Und die Profis wetteifern um das beste Talent für ihr Team. Das hat Norman gefallen. Die Macher der Sendung sind auch bei der vierten Staffel überzeugt, es gibt noch genügend Talente in Deutschland. Eines, das beweist, dass es nicht nur junge Leute sein müssen, ist nun Norman Strauss. So oder so, die Show wird sein Leben verändern. Eines aber wird bleiben: „Ich war vor der Show schon regelmäßig auf Tour und habe Konzerte gegeben und würde das auch gerne weiterhin tun.“

Freitag, 30. Oktober, 20.15 Uhr, Sat 1