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Freitag, 12.01.2018

Kamelien sind Schnellstarter

Sonntag beginnt im Gewächshaus am Schloss die Schau-Saison. Viel früher als sonst. Und auch nicht nur mit üppiger Blütenpracht.

Von Manuela Paul

Caprice Zickler und Lind Bahr bestaunen die üppige Blütenpracht der Uralt-Kamelien. Ab Sonntag können dies auch Besucher wieder tun.
              
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Caprice Zickler und Lind Bahr bestaunen die üppige Blütenpracht der Uralt-Kamelien. Ab Sonntag können dies auch Besucher wieder tun. Foto:

© Reinhard Hoffmann

Königsbrück. Die Kamelien kommen: Dieses Jahr haben es die imposanten jahrhundertealten Pflanzen im Königsbrücker Schloss-Gewächshaus besonders eilig. Gut vier Wochen früher als sonst locken sie mit bunten und duftenden Blüten. Deshalb wird Sonntag die Schau-Saison eröffnet. Übrigens inzwischen schon die 19.

Der milde Winter leistet dem Schnellstart Vorschub. Statt Ende Februar zeigen sich die ältesten der drei Kamelienbüsche bereits jetzt in voller Blütenpracht. „Wir hatten sogar zum Königsbrücker Weihnachtsmarkt Mitte Dezember das Gewächshaus offen“, so Doris Füssel, die mit ihren Vereinskollegen seit Jahren über das Gedeihen der wertvollen Pflanzenbestände wacht. Denn die weiße Uralt-Kamelie blühte zu dieser Zeit schon üppig und auch die rote hatte reichlich geöffnete Knospen. Neben Schneeweißchen und Rosenrot – wie die Riesenbüsche aufgrund ihrer schneeweißen und blutroten Blüten umgangssprachlich heißen – zeugt ein Meer an Knospen aller Wachstumsphasen davon, welche Blütenfülle sich in den nächsten Tagen und Wochen noch entfalten wird. Leuchtendes Weiß, kräftiges Rot, zartes Rosa sprießt überall aus dem satten Dunkelgrün der Sträucher.

Die drei Uralt-Kamelien wurden von den Grafen von Hohenthal wahrscheinlich um 1820 bzw. um 1840 nach Königsbrück gebracht und gehören zu den ältesten Kamelien Deutschlands bzw. Europas nördlich der Alpen. Daneben hegt und pflegt der Heimatverein noch etwa vierzig bis zu zwei Meter hohe Exemplare – überwiegend aus der Seidel’schen Sammlung. Diese Pflanzen fangen gerade an zu blühen – genauso wie übrigens die Spalier-Kamelien. Spätestens Anfang März werden sie dann ein eindrucksvolles Blütenmeer präsentieren. Dazu kommt eine Auswahl an jüngeren und Duftkamelien, welche die Besucher in Königsbrück bewundern können. „Diese Zusammenstellung an unterschiedlichsten Kamelien gibt es woanders nicht, die findet man nur hier bei uns“, weiß Peter Sonntag, Chef des Königsbrücker Heimatvereins nicht ohne Stolz zu berichten.

Wegen des enormen Interesses an Duftkamelien wurde deren Bestand übrigens erweitert. Zwei große Exemplare, darunter eine italienische „high fragrance“ sind hinzugekommen. Von dieser Sorte hat der Heimatverein eine große Anzahl Jungpflanzen aus Italien importiert, welche Besucher erwerben können. „Die starkduftenden Kamelien waren im vorigen Jahr restlos ausverkauft“, erinnert sich Doris Füssel. Dieser als „Hauch einer Fee im Frühling“ bezeichnete, betörende Duft begrüßt die Besucher schon beim Betreten des Kamelienhauses. Mit Sicherheit sind wieder zahlreiche Gäste aus der Umgebung dabei, wenn die beiden Kameliendamen Caprice Zickler und Linda Bahr die Saison eröffnen. Erstmals übrigens mit einer eigenen kleinen Ansprache. Für Liebhaber hält der Verein auch eine begrenzte Zahl an Originalablegern der ältesten Königsbrücker Kamelien – mit Echtheitszertifikat – zum Kauf bereit.

Zudem bietet der Heimatverein als Neuerscheinung eine sehr interessante, kleine Broschüre an, in der Entstehung und Entwicklung des Kamelienhauses mit historischen Hintergründen und Bildern dargestellt werden. Außerdem ist der neue Kamelienkalender 2018 erhältlich. Wegen großer Nachfrage erfolgte bereits ein Nachdruck. Parallel zu den Kamelien wird auch das Sozialprojekt „Kunstwerke entlang der via regia/des Jakobsweges“ präsentiert. Dort sind Filigranmodelle historischer Bauwerke entlang des berühmten Weges einschließlich deren historischer Hintergründe dargestellt.

Die Kamelien sind bis etwa Anfang April jeden Sonntag 10 bis 17 zu sehen (oder nach Absprache). Anmeldungen und Infos: Königsbrück-Information 035795 42555