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Kalte Dusche

Der erste Test der Dresdner Eislöwen misslingt. Vor ihnen liegt noch viel Arbeit.

21.08.2017
Von Maik Schwert

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Nick Huard bejubelt das erste Tor und bekommt die erste Strafe.

© robert michael

Franz Steer kann sich doch noch freuen – zumindest über die angenehm frischen Temperaturen in der Halle. „Bei den sommerlichen Temperaturen bietet unsere Arena perfekte klimatische Bedingungen, um sich abzukühlen“, sagt der Trainer der Dresdner Eislöwen. Außerdem schützt das Dach vor Niederschlag. Drinnen testen die Blau-Weißen erstmals für die nächste Saison in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Draußen regnet, ach was, schüttet es aus Kübeln. Dazu kommen Blitz und Donner. Dennoch kriegen auch die Eislöwen ihre kalte Dusche ab. Mit 3:4 nach Penaltyschießen unterliegen sie in ihrem ersten Vorbereitungsduell gegen Bad Nauheim.

Die Partie liefert erste Erkenntnisse. Steer entscheidet sich für Arbeitsteilung im Tor. Marco Eisenhut beginnt und muss zweimal hinter sich greifen, einmal nach Videobeweis. Sebastian Stefaniszin löst ihn in der 31. Minute ab und kassiert seinen Treffer auch nach Videobeweis. „Das erste Tor hätten wir nicht kriegen dürfen“, sagt Steer. „Beim zweiten und dritten Treffer haben unsere Verteidiger nicht hart genug gearbeitet.“ Bad Nauheim sei aber auch eine gute Mannschaft mit einem sehr starken Torhüter. Felix Bick spielt durch und hält jeden Penalty. Mike McNamee versenkt den entscheidenden.

Die Kanadier überzeugen

Bad Nauheim veranstaltet seit 2016 sein Trainingslager in Dresden. Beide Klubs stecken in einem großen Umbruch, gehen sich in der Woche aus dem Weg und sehen sich erst zum Spiel. Das beginnt gut für die Eislöwen. Zu deren Starting Six gehören außer Eisenhut noch Kapitän René Kramer, Dominik Grafenthin und drei Neue: Shawn Boutin, Nick Huard und Matt Siddall. Auch beim ersten Eislöwen-Tor herrscht Koproduktion – eine kanadische: Boutin und Siddall bereiten vor. Huard verwandelt. Letzterer muss außerdem die ersten beiden Minuten in der Kühlbox absitzen und Siddall später sogar zehn Minuten auf die Strafbank. Die anderen Eislöwen-Treffer erzielen Kramers Assistenten Thomas Pielmeier und Alexander Höller.

Die ersten personellen Entscheidungen des Trainer sind die eine Seite des Duells, seine Analyse der Partie die andere: „Es ist schwieriger, in der zweiten Trainingswoche mit einem Spiel einzusteigen, als in der ersten Woche.“ Seinen Profis stecken die harten Einheiten – vier pro Tag – in den Knochen. „Die jungen Spieler haben sich gut präsentiert, waren etwas frischer als die anderen.“ Er gibt allen ihre Chance. Jeder kann sich präsentieren. Dazu dienen diese Tests, auch wenn einiges dadurch Stückwerk bleibt. „Ich hätte auch mit drei Blöcken spielen können.“ Das macht Steer aber nicht. Er bietet vier Reihen auf und sieht: „In den Überzahlsituationen hat unser Spielaufbau nicht funktioniert.“ Der Trainer kennt aber auch den Grund: „Daran haben wir noch nicht viel gearbeitet. Wir stecken mitten in einem Lernprozess.“

Kramer bezeichnet es als Herausforderung, „mit einem neuen System ins erste Spiel zu gehen“. Sein Team erarbeitet sich zwar mehr Chancen als der Gegner, trifft aber nicht. „Wir haben Druck gemacht und sind mit unseren kurzen Pässen schnell durch die neutrale Zone gekommen.“ Das habe gut geklappt. Auf der anderen Seite seien die Eislöwen phasenweise zu soft gewesen. „Vor uns liegt in den nächsten Tagen noch viel Arbeit.“ Bis Freitag bleibt Zeit, die neuen taktischen Elemente umzusetzen. Am nächsten Wochenende folgen die nächsten Tests: Sonnabend, 19.30 Uhr, gegen den finnischen Erstligisten Mikkelin Jukurit und Sonntag, 14 oder 17.30 Uhr, gegen den DEL-Klub Eisbären Berlin oder den tschechischen Extraligisten HC Litvinov.