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Samstag, 25.11.2017

Kaiserzeitbauten dürfen nicht einfach abgerissen werden

Historische Gebäude prägen das Stadtbild in Striesen und Blasewitz. Diese werden durch eine Satzung geschützt.

Von Theresa Hellwig

Betrachtet man die Stadtteile Striesen und Blasewitz auf einem Luftbild, sieht alles sehr geordnet aus. Es gibt viele alte Bauten, die gleichmäßig angeordnet sind. Kleingärtner, Anwohner und Geschichtsinteressierte kamen am Donnerstagabend deshalb ins Ortsamt. Die FDP und Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamts, informierten die Bewohner über die im Sommer beschlossene Erhaltungssatzung.

Was soll durch die neue Satzung erhalten werden?

Das Ziel der Satzung ist es, die Eigenarten eines Gebiets zu erhalten. Wenn historische Gebäude abgerissen oder umgebaut werden sollen, muss dies nun genehmigt werden.

„Erhalten werden soll nur das, was erhaltungswürdig ist“, betonte Szuggat. Um herauszufinden, was dies ist, wurde eine Analyse der Stadtteile durchgeführt. Denn was als schutzwürdig gilt, variiert von Quartier zu Quartier. Die Analyse zeigt, in welchen Gebieten beispielsweise zweigeschossige Villen oder aber Sommerfrischlerhäuser mit hervorspringendem Gebäudeteil dominieren. Vor allem betrifft die Satzung laut Carsten Biesok von der FDP kleinere historische Bauten, die nicht denkmalgeschützt sind. Ohne die neue Satzung hätten einige Gebäude ohne Genehmigung abgerissen werden dürfen; das ist nun anders.

Wird es also nur noch schöne Gebäude in Striesen und Blasewitz geben?

Trotz der Satzung haben Bauherren einige Spielräume. Der Charakter einer Siedlung soll erhalten werden. Was am Ende als schön empfunden wird, liegt aber natürlich im Auge des Betrachters. Kaiserzeitbauten sollen durch die Satzung geschützt werden.

Betrifft die Satzung auch Bäume und Straßen?

Auf diese Frage eines Bürgers antwortete Szuggat ausweichend. Die Satzung betreffe in erster Linie Gebäude. Auch das Verhältnis von Gehweg und Straße sowie Baumstandorte sind in einigen Quartieren erhaltungswürdig. So sind beispielsweise Alleebäume als prägende Charakteristika mit aufgenommen. In anderen Gebieten muss der Vorgarten zum Gebäude passen.

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