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Dienstag, 29.11.2016

Kaffee, Zigarette und Austreten zugleich?

Ein 46-Jähriger bestreitet vor Gericht den Vorwurf des Exhibitionismus - mit einer recht ungewöhnlichen Erklärung.

Von Alexander Schneider

© dpa (Symbolfoto)

Es ist peinlich, wenn man dabei erwischt wird, sich in der Öffentlichkeit in einer recht anzüglichen Weise mit sich selbst zu beschäftigen. Ein 46-jähriger Mann hat am Montag wegen exhibitionistischer Handlungen vor dem Amtsgericht Dresden gestanden. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll er im Juni mittags in Löbtau an seinem Glied manipuliert haben.

Der gelernte Werkzeugmaschinenmacher erklärte jedoch, er habe sich dort in der Bünaustraße nicht selbst befriedigt. Er sei auf dem Weg zu einem Baumarkt gewesen, habe in der Kesselsdorfer Straße geparkt, um einen Kaffee to go zu trinken. Den habe er dann in der Nähe auf einem Platz zu sich genommen. Er sei extra in die Sonne gegangen, um die Wärme zu spüren. Außerdem habe er sich eine Zigarette angezündet. Der Glimmstängel muss jedoch kaum gequalmt haben, als ihn ein neues Bedürfnis übermannte – er habe seine Blase leeren müssen. Also habe er sich an ein Gebüsch gestellt und uriniert.

Eine 27-jährige Zeugin jedoch berichtete, sie sei etwa drei Meter neben dem Angeklagten vorbeigelaufen, als der mit seiner Linken recht eindeutig mit seinem Glied beschäftigt gewesen sei. Sie habe das Ganze aus einigem Abstand beobachtet und einen zweiten Zeugen gebeten, die Polizei zu alarmieren. Anschließend haben beide den Täter verfolgt. Das bestätigte der Angeklagte sogar: „Ich wusste nicht, was die von mir wollten. Sie verfolgten mich und riefen ,da ist er, da ist er!‘“ Aus Angst sei er weggerannt. Dann sei er von der Polizei festgenommen worden.

Richter Arndt Fiedler glaubte dem Angeklagten nicht. Kaffee, Zigarette und gleichzeitig auch noch Austreten – das sei ein bisschen viel. Auch wenn sich der 46-Jährige keine Opfer gezielt gesucht habe, so sei er doch für den Ekel verantwortlich, den die 27-Jährige erlebte. Wenn er tatsächlich verfolgt worden wäre, dann hätte der Angeklagte doch in einem der Läden Schutz gefunden, sagte Fiedler. Er verurteilte den arbeitslosen Angeklagten zu einer Geldstrafe von 500 Euro.