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Samstag, 28.09.2013 Zeschnig

Junger Wolf an der Rennstrecke gesichtet

Das Tier streunte am Dienstag an der Bushalle in Zeschnig umher. Minutenlang wurde der Wolf von Anwohnern beobachtet.

Von Katarina Lange

Gibt es ein neues Wolfsrudel in der Sächsischen Schweiz? Neueste Beobachtungen werfen diese Frage in den Raum. Denn in dieser Woche wurde ein Wolf direkt an der Rennstrecke bei Zeschnig beobachtet. „Ich dachte erst, dass es ein Hund ist“, erzählt die Frau, die in Zeschnig wohnt. Sie hatte ihre Kinder am Dienstagmorgen zum Schulbus und in die Kita gebracht. Gegen 8.45 Uhr machte sie sich über die Staatsstraße 163 auf den Weg zurück nach Hause. Dabei passierte es. An der Bushaltestelle an der Rennstrecke entdeckte sie am Straßenrand einen Wolf.

Die Frau stoppte den Wagen, fuhr rechts ran und konnte das Tier mehrere Minuten lang beobachten. „Der Wolf lief über die Straße, dann wieder zurück. Er schien nicht richtig zu wissen, wohin er will“, erzählt sie. Nur wenige Meter trennten sie und den Wolf. Nicht nur die Zeschnigerin war dabei in der Beobachterrolle. Auch der Wolf hätte ab und zu neugierig in ihre Richtung geblickt. Der Wolf an sich sei nicht sehr groß gewesen. Sie vermutet deshalb, dass ihr ein junger Wolf begegnet ist. Das Fell des Wolfes sei erstaunlich hell gewesen. Zeitgleich seien mehrere Autos an dem Wolf vorbei gefahren.

Familienhund spielt verrückt

Nach wenigen Minuten sei das Tier von Zeschnig in Richtung Hohburkersdorf gelaufen und dann weiter ins Tal hinab. „Leider hatte ich keine Kamera dabei“, bedauert die Mutter. Sie sei fasziniert gewesen von dem Tier. Obwohl sie den Wolf anfangs für eine Katze, dann für einen Hund hielt. Dass es ein wilder Hund war, könne sie aber definitiv ausschließen. „Es war ein Wolf“, ist sie überzeugt. Und noch ein weiteres Indiz könnte dafür sprechen. Denn als die Zeschnigerin morgens das Haus verlassen hätte, passierte etwas Ungewöhnliches. Der Familienhund verhielt sich plötzlich merkwürdig. Er war unruhig und aufgedreht. „So habe ich ihn noch nicht erlebt“, schildert sie. Sie geht deshalb davon aus, dass der Hund den Wolf morgens schon gewittert haben muss und deshalb so nervös war.

In der Sächsischen Schweiz wurde bisher ein Wolfsrudel offiziell bestätigt. Im Hohwald bei Neustadt hat sich ein Rudel, das aus der Lausitz stammt, angesiedelt. Bei mehreren Schäfern und Landwirten im Landkreis stößt die Ausbreitung der Wölfe in Sachsen auf immer heftigere Kritik. Mit einer Petition haben sich Vertreter der Landwirte bereits an den Sächsischen Landtag gewandt. Der Ausgang ist noch offen.