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Jonsdorfer Frauenteam spielt in der zweiten tschechischen Liga

Am Sonnabend steigt das erste Auswärtsspiel, in gut zwei Wochen geht es zu Hause los.

28.09.2017
Von Frank Thümmler

r Frauenteam spielt in der zweiten tschechischen Liga
Gefährlich schauen die Black Panther Girls aus Jonsdorf nun wirklich nicht aus. Aber das kann sich im Spiel ändern.

© Verein

Jonsdorf. Am Sonnabend starten Black Panther Girls in ihre erste Pflichtspielsaison. Als erste deutsche Mannschaft spielt das Damenteam des ESC Jonsdorf in der zweiten tschechischen Frauenliga. „Eine Jonsdorfer Frauenmannschaft gibt es schon lange. 2004 hatten wir die Eishasen gegründet. In unserer Ecke ist Eishockey eben sehr populär, und so interessieren sich eben auch Mädchen und junge Frauen für den Sport“, sagt Laura Steudtner, die Mannschaftsleiterin ist und selbst mitspielt. Eines der damaligen Mädchen, Anne Bartsch, hat es über die Berliner Sportschule sogar bis in die deutsche Nationalmannschaft geschafft.

Das ist für die jetzigen Jonsdorfer Black Panther Girls weit weg. Ihnen geht es mehr um den Spaß. „Außerdem sind die meisten von uns Quereinsteigerinnen, haben erst mit zwölf, 13 oder 14 Jahren angefangen.“, sagt Laura Steudtner. Immer nur trainieren war den Frauen um Trainer Ralf Schley auf Dauer aber zu wenig. Ab und zu konnten die Jonsdorferinnen zwar an Turnieren teilnehmen oder ein Freundschaftsspiel austragen, aber jetzt ist alles anders.

„Unser Trainer hat sich im Sommer richtig ins Zeug gelegt, um uns diese Teilnahme an der zweiten tschechischen Liga zu ermöglichen“, freut sich Laura Steudtner immer noch. Weil der Spielerdecke der Jonsdorfer Mannschaft für eine ganze Saison doch zu dünn ist, wurde Verstärkung besorgt: Drei Mädchen kommen aus dem tschechischen Decin, eine Spielerin aus Liberec und eine weitere aus Weißwasser, wo ja viele Jahre lang auch eine Frauenmannschaft existierte. Die Black Panther Girls gehen jetzt mit 15 Spielerinnen in die Saison und wissen, dass es manchmal eng werden könnte. „Das hat mit der Arbeit zu tun. Manche sind zudem auch junge Muttis“, erklärt Laura Steudtner. Das Verletzungsrisiko ist übrigens deutlich kleiner als im Männereishockey. Harte Checks sind generell verboten. Laura Steudtner sagt aber aus Erfahrung, dass das die tschechischen Schiedsrichter nicht ganz so eng sehen, deutlich mehr Härte zulassen als im Dameneishockey hierzulande üblich.

Favoritinnen sind die Jonsdorfer Panther Girls in der tschechischen Liga sicher nicht, ganz krasse Außenseiter aber auch nicht. Zwei der vier gegnerischen Teams kennen die Frauen aus dem Zittauer Gebirge von früheren Vergleichen bereits. Die Teams aus Jicín und Lovosice konnten sie dabei ab und zu auch bezwingen. Noch völlig unbekannt dagegen sind uns die Gegnerinnen von Kobra Prag und die Drachen aus Karlovy Vary. Am Sonnabend geht es nun zum HC Kobra Prag, zum ersten offiziellen Punktspiel der Jonsdorfer Black Panther Girls. Die Gegnerinnen sind allein schon deshalb klar im Vorteil, weil sie bereits zwei Monate Eistraining in den Beinen und Köpfen haben – anders als die Jonsdorferinnen, die noch auf Eis in der Sparkassenarena warten müssen. „Wir freuen uns trotzdem auf das erste Spiel und überhaupt, dass wir endlich regelmäßig Wettkämpfe haben“, sagt Laura Steudtner.

Am 14. Oktober kommt es dann endlich zur Heimpremiere. Um 11.30 Uhr kämpfen die Damen erstmals auf heimischen Eis um Pflichtspielpunkte. Gegner in der Sparkassen-Arena werden die Frauen des HC Jicín sein. Die Black Panther Girls hoffen und freuen sich auf lautstarke und euphorische Unterstützung. „Ein Traum wäre natürlich, wenn wir bei der Zuschauerzahl unseren männlichen Kollegen von den Black Panthern Paroli bieten könnten“, sagt Laura Steudtner.