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Dienstag, 17.04.2018

Johnsbachs Hauptstraße wird saniert

Lange haben die Anlieger auf den Baustart gewartet. Ihre Geduld wird jetzt belohnt.

Von Maik Brückner

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Sowohl Ortsvorsteher Udo Herm (li.) als auch Stadtrat Steffen Barthel kämpfen seit Jahren für den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Johnsbach. An einigen Stellen wie hier unterhalb der Stützwand ist das bitter nötig, finden die beiden.
Sowohl Ortsvorsteher Udo Herm (li.) als auch Stadtrat Steffen Barthel kämpfen seit Jahren für den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Johnsbach. An einigen Stellen wie hier unterhalb der Stützwand ist das bitter nötig, finden die beiden.

© Egbert Kamprath

  • Sowohl Ortsvorsteher Udo Herm (li.) als auch Stadtrat Steffen Barthel kämpfen seit Jahren für den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Johnsbach. An einigen Stellen wie hier unterhalb der Stützwand ist das bitter nötig, finden die beiden.
    Sowohl Ortsvorsteher Udo Herm (li.) als auch Stadtrat Steffen Barthel kämpfen seit Jahren für den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Johnsbach. An einigen Stellen wie hier unterhalb der Stützwand ist das bitter nötig, finden die beiden.

Johnsbach. Die Nachricht schmeckte vielen Johnsbachern nicht. Anfang April mussten sie in der SZ lesen, dass der geplante Ausbau ihrer Ortsdurchfahrt weiterhin in der Schwebe ist. Der Freistaat hatte dem Landratsamt in Pirna noch immer nicht die Fördermittel verbindlich zugesichert. Dabei wollte Heiko Weigel, der als Beigeordneter des Landrates für den Straßenbau zuständig ist, bereits im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen. Das erklärte er im September in einem SZ-Gespräch. In Johnsbach baute man auf die Aussage. Dementsprechend groß war der Frust. „Alle Vorarbeiten sind erledigt. Bremst nun der fehlende Fördermittelbescheid vom Land den Start für dieses Jahr wieder aus?“, fragte sich Ortsvorsteher Udo Herm (Wählervereinigung Johnsbach). Dabei wollte die neue Staatsregierung den ländlichen Raum stärken und die Fördermittelverfahren beschleunigen.

Die kritischen Worte des Ortschefs wurden offenbar erhört. Wenige Tage später wurde Heiko Weigel der Fördermittelbescheid für den ersten, rund 280 Meter langen Abschnitt in der Ortsmitte zugestellt. Weigel ließ das die Johnsbacher wissen. Dort konnte man das Glück kaum fassen. Das lange Warten ist zu Ende. Das sei eine „erfreuliche Nachricht“, erklärte Herm. Schließlich ist der geplante Straßenbau seit Jahren das Gesprächsthema Nummer eins in Johnsbach. Seit 1990 warten die Johnsbacher darauf. Immer wieder wurden sie vertröstet, weil andere Vorhaben wichtiger waren oder die Folgen von Umweltkatastrophen beseitigt werden mussten. 2011 wurde der Ausbau von der Stadt Glashütte angeschoben. Das Rathaus begann mit der Planung eines Fußweges. Zwei Jahre später klinkte sich der für die Ortsdurchfahrt zuständige Landkreis ein.

Die Planungen wurden ausgeweitet. Die Ingenieure standen vor einer Reihe vor Problemen. Denn an der 2,4 Kilometer langen Kreisstraße fehlte nicht nur der Gehweg. Die Straße ist an mehreren Stellen zu schmal für eine regelgerechte Kreisstraße. Auch die Straßenentwässerung funktioniert nicht. Insgesamt müssen 22 Bauwerke – darunter auch denkmalgeschützte Stützwände – erneuert werden. An einigen Stellen benötigte der Kreis auch Grund und Boden der Anlieger, um die Straße breiter machen zu können. Das alles trug dazu bei, dass sich die Planungen über vier Jahre erstreckten. Da die Johnsbacher den Planungsprozess unterstützten, hofften sie auf den zügigen Baustart. Als der nicht kam, hingen sie ein Protestplakat auf, sammelten Unterschriften und luden Heiko Weigel in die Ortschaftsratssitzung ein.

Er kam und fand seine Einschätzung bestätigt. Die Johnsbacher wollen die neue Straße unbedingt und so schnell wie möglich. Deshalb reagierte er nach dem Eingang des Fördermittelbescheids prompt. Er schrieb die Bauleistungen für den ersten Abschnitt aus. Nun sind die Baufirmen am Zug. Sie können bis Anfang Mai Angebote abgeben. Der Auftrag kann frühestens im Juni vergeben werden, erklärt Martina Aurisch, Amtsleiterin für Straßenbau und Verkehr, auf SZ-Nachfrage. Heiko Weigel rechnet indes damit, dass der Straßen- und Gehwegbau im ersten Bauabschnitt im Sommer losgehen kann. Genaueres werde erst nach der Auswertung der Ausschreibung feststehen. In Johnsbach indes hofft man, dass nichts dazwischenkommt.

„Wir kennen die Lage in der Baubranche“, sagt Herm, der selbst eine Elektrofirma in Johnsbach führt. Schließlich können zu hohe Angebote dazu führen, dass die Ausschreibung aufgehoben und wiederholt werden muss. Das wäre ärgerlich. Ähnlich schätzen auch andere Johnsbacher die gegenwärtige Situation ein. „Die Skepsis ist geblieben. Diese wird es wohl erst nicht mehr geben, wenn der erste Bagger auf der Straße steht“, sagt Herm.