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Freitag, 22.09.2017

Jeder Tritt ein Ausdruck der Liebe

Die Ausstellung „Ich.Fahr.Rad“ im Dresdner Verkehrsmuseum spürt der „Leidenschaft Fahrrad“ nach und untersucht, welchen Stellenwert das Fahrrad in der Gegenwart hat.

Von Christian Ruf

Es ist nicht zuletzt die Gangschaltung, die bewirkt, dass der Slogan „Wer sein Rad liebt, der schiebt“ hier nicht strapaziert werden muss.Hier am Berg: Sirko Kamusella, Gründer des Radmarathons „Elbspitze“.Fotos (PR): René Müller; Titelfoto: Philip Maron
Es ist nicht zuletzt die Gangschaltung, die bewirkt, dass der Slogan „Wer sein Rad liebt, der schiebt“ hier nicht strapaziert werden muss.
Hier am Berg: Sirko Kamusella, Gründer des Radmarathons „Elbspitze“.Fotos (PR): René Müller; Titelfoto: Philip Maron

Ob Karl Drais, Reichsfreiherr von Sauerbronn, klar war, was er mit seinem ersten Ausflug auf dem Laufrad am 12. Juni des Jahres 1817 lostrat? Vermutlich nicht, denn Drais zählt mit seiner Erfindung in die Kategorie jener genialen Erfinderpechvögel, die ihrer Zeit voraus sind. Sein zweirädriges Gefährt hat die Menschheit entscheidend vorangebracht. Auch wenn seine Maschine noch keinen Kettenantrieb hatte, keine Schaltung mit zehn oder mehr Gängen und keinen Nabendynamo – das Grundprinzip des Fahrrads hatte er ersonnen: zwei Räder in einer Reihe, der Mensch dazwischen. Und das vordere Rad wird gelenkt, damit der Fahrer überhaupt eine Chance hat, die Balance zu halten.

Anfangs noch skeptisch beäugt, hat das Fahrrad rasch unheimlich viele Fans gewonnen, auch wenn diese Drahtesel immer einen Tritt benötig(t)en, wobei in den meisten Fällen jeder Tritt als Ausdruck der Liebe erachtet werden kann. „Beim Fahrradfahren geht es um Bewegung und Freiheit, auf dem Fahrrad fühlt man sich ungebunden, ja fast autonom“, ließ beispielsweise einmal Ralf Hütter, Gründungsmitglied der Gruppe Kraftwerk wissen. Die Ausstellung „Ich.Fahr.Rad“ im Dresdner Verkehrsmuseum spürt der „Leidenschaft Fahrrad“ nach und untersucht, welchen Stellenwert das Fahrrad in der Gegenwart im Volk der Dichter und Lenker hat, hat, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des unglaublichen Booms von Mountainbikes und des Wandels hin zum E-Bike als teurem Designobjekt.

Es gibt auch ein umfangreiches Rahmenprogramm

Die Ausstellung zeigt die Beziehung ganz unterschiedlicher Menschen (nicht alle davon bekennende Cycloholics) aus Dresden und Umgebung – Extremradfahrer, Gestalter, Schrauber u.v.m. – zu ihren jeweiligen Rädern auf. Das Spektrum reicht vom Kinderrad zum Alltagsrad über das BMX-Bike, Mountainbike und Rennrad als Sportgeräte bis hin zum individuell gefertigten „Custom-Bike“ oder dem Weltreise-Fahrrad. Darüber hinaus sind historische Laufmaschinen und Hochräder zu sehen, anhand derer sich die Geschichte des Fahrrads anschaulich vermitteln lässt. Auch interessant: In der Ausstellung können die Besucher auf einem Rundparcours „erfahren“, wie sich jedes Rad in seiner Fahrweise unterscheidet. Zudem gibt es Mitmach-Stationen, bei denen man frei nach dem Motto „Keine Gnade für die Wade“ ebenfalls in die Pedale treten kann.

Das Begleitprogramm ist umfangreich: So gibt es am 7.10., 18.11., 13.1. oder auch am 10.2., jeweils 15 Uhr einstündige Kuratorenführungen durch die Sonderausstellung. Auf der Agenda stehen zudem allerlei interessante Vorträge. „Freiheit auf zwei Rädern – meine Radreise von Dresden nach Neuseeland“ lautet der Titel eines Vortrags am 1.11., 18 Uhr. Am 8.2., 19 Uhr geht es um „Rückblicke, Einblicke, Ausblicke“ hinsichtlich der Fahrradstadt Dresden.

Während der Laufzeit der Ausstellung findet sich vor dem Verkehrsmuseum eine Selfie-Station. Wer sich dort mit seinem Rad fotografiert, wird mit seinem Bild auf einer Leinwand am Eingang der Ausstellung (im 1. OG) zu sehen sein. Unter allen Teilnehmern wird nach Ende der Ausstellung ein hochwertiges Trekkingrad der Dresdner Fahrradmarke GS Velo verlost.

Service

Was: „Ich.Fahr.Rad“

Wann: 30. September bis 18. März 2018, Di bis So von 10 bis 18 Uhr

Wo:Verkehrsmuseum, DD

Tickets: 9, erm. 4 Euro; Kinder bis 5 J. frei; Kinder-Familienkarte (max. 2 Erw. & 4 Kinder bis 16 J.): 15 Euro

Hotline: 0351 86440

www.verkehrsmuseum-dresden.de