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„Je früher der Tumor entdeckt wird, desto besser“

Die Firma GS Stolpen übergibt 3 000 Euro als Spende für ein neues Darmkrebsprojekt. Ein Thema, das jeden angeht.

05.01.2017

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Prof. Dr. Helmut Witzigmann ist seit Oktober 2006 Chefarzt der Klinik für Allgemein-und Viszeralchirurgie.

© Klinik

Stolpen. Manche Firmen überreichen ihren Geschäftskunden oder Mitarbeitern zu Weihnachten Geschenke. Anders ist das bei der Firma GS Stolpen. Dort wird darauf verzichtet. Dafür wird das Geld immer für einen guten Zweck verwendet. Im vergangenen Jahr wurde der Verein Sonnenstrahl in Dresden unterstützt. Ein Projekt für krebskranke Kinder und ihre Eltern.

Jetzt gehen 3 000 Euro an das Projekt „Darmkrebs – Heilung möglich“. Initiiert wurde das Projekt von Chefarzt Prof. Helmut Witzigmann vom Städtischen Klinikum Dresden-Friedrichstadt. Die SZ sprach mit ihm über sein Projekt.

Die Firma GS Stolpen unterstützt mit einer Spende Ihr Projekt „Darmkrebs – Heilung möglich“. Wie wichtig ist Ihnen das Projekt?

Das Projekt liegt mit sehr am Herzen. Ob allerdings eine Heilung möglich ist, hängt vom Tumorstadium ab. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto höher ist die Heilungschance. Sogar bei Lebermetastasen ist bei einzelnen noch eine Heilung möglich.

Bei welchen Symptomen sollte man sich unbedingt beim Arzt vorstellen?

Alles, was „Darm“ ist. Bei Blutabgang sowieso, aber auch bei Änderungen der Stuhlgewohnheiten. Dazu gehören neu aufgetretene Verstopfungen, Durchfälle, unkontrollierter Stuhlabgang bei Winden, sogenannte „falsche Freunde“. Außerdem sollte man Blutabgang nicht als „Hämorrhoiden“ abtun. Wer solche Symptome hat, sollte auch beim Hausarzt auf die Untersuchung „vom After aus“ bestehen.

Darmspiegelungen werden ab dem 55. Lebensjahr angeraten. Ist ab diesem Alter das Risiko besonders hoch?

Das Risiko nimmt mit dem Lebensalter zu, und ab dem 50. Lebensjahr ist ein Anstieg des Risikos nachgewiesen, welches eine Vorsorge sinnvoll macht.

Wie kann man Darmkrebs vorbeugen?

Darmkrebs ist vermeidbar, nicht in jedem Falle heilbar, aber vermeidbar. Deshalb an dieser Stelle einige Tipps. Täglich wäre eine halbe Stunde körperliche Aktivität angebracht, zum Beispiel ein straffer Fußmarsch. Vitaminreiche Kost mit überwiegend frischem Obst und Gemüse gehören dazu. Der Fleisch- und Alkoholkonsum sollte eingeschränkt werden. Nicht rauchen. Und ganz wichtig, unbedingt zur Vorsorge gehen, Darmspiegelungen ab 55 Jahren. Sollte es Darmkrebsfälle in der Verwandtschaft geben, dann eher. Das gilt insbesondere in der erstgradigen Verwandtschaft, eventuell mit dem Hausarzt sprechen.

Was ist aus Ihrer Sicht entscheidend für die Behandlung von Darmkrebs?

Das Darmkrebszentrum am Städtischen Klinikum Friedrichstadt ist durch die Deutsche Krebsgesellschaft und die chirurgische Fachgesellschaft zertifiziert. Entscheidend für die Behandlung von Darmkrebs sind eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachgbeite wie Chirurgie, Onkologie, Bestrahlung, Radiologie, hohe Expertise aller Behandler und die Vernetzung mit niedergelassenen Praxen und anderen Kliniken. Des Weiteren ist eine engmaschige Nachsorge notwendig, um Rezidive frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. All diese Komponenten haben wir am Darmkrebszentrum Dresden-Friedrichstadt umgesetzt.

Das Gespräch führte Anja Weber.