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Freitag, 04.01.2013

Jan und die Wurstmacherin

Melanie aus Leipzig ist nicht gerade die typische „Bachelor“-Kandidatin. Deswegen ist sie dabei.

Von Henry Berndt

Es ist ein Dialog, wie man ihn sich wohl nur für Drehbücher vorstellen kann, die so tiefschürfenden Sendungen wie dem „Bachelor“ zugrunde liegen. „Eine selbst gemachte Wurst?“, fragt da Jan. „Mein allererstes Geschenk – eine ist für dich und eine ist für mich“, sagt Melanie. Er: „Und wie, die ist selbst gemacht? Bist du Metzgerin?“ Sie: „Nein, ich bin Jägerin und mach die selber.“ Er: „Ach Quatsch, du bist Jägerin.“ Das Gespräch untermalt das erste Aufeinandertreffen von Melanie Müller aus Leipzig mit dem neuen „Bachelor“ in der gleichnamigen RTL-Show. Die 24-Jährige ist eine von 20 Kandidatinnen, die das Herz des vermeintlich göttergleichen Anwalts erobern wollen – oder auch einfach nur für die Sendung ausgewählt wurden.

Zweifellos sticht Melanie aus der Masse der jungen Damen hervor, nicht nur durch ihre Würste. Die gelernte Restaurantfachfrau ist Erotikmodel, Fachgebiet Vermarktung von Sexspielzeug. „Andere werben für Margarine und ich eben für so etwas“, sagt sie. Mehr über ihre ach so sündige Vergangenheit sollen die Zuschauer dann aber doch nicht erfahren. Sei’s drum, Melanie ist ein Model. Größe: 1,71 Meter, Gewicht: 53 Kilogramm, Haustiere: ein Dackel, eine französische Bulldogge und zwei Kartäuserkatzen. Lieblingsessen: Fleisch.

Glücksgriff für die Quote

Passend dazu sieht auch der neue „Bachelor“ Jan Kralitschka, 36, aus wie eigens im RTL-Labor geschnitzt: braun gebrannt, kantiges Gesicht, weiße Zähne. Nebenberuf: Model. Ein bisschen Tom Cruise. Ein bisschen Thomas Anders. Ob so ein Schwiegermutterschwarm etwas für sie sein könnte? „Mein erster Eindruck war der von einem attraktiven Mann mit tollen Augen. Alles andere muss ich noch herausfinden. Aber ich glaube, er war auch ein bisschen angetan von mir“, sagt Melanie, die auch prompt eine Rose bekam und somit im Rennen bleibt. Alles andere wäre ja auch verschenkt gewesen. Langweilige Kandidatinnen gibt es genug. Eine Jägerin mit gemachten Brüsten und sächsischem Dialekt dagegen nur einmal. Ein echter Glücksgriff für die Programmmacher von RTL, die sich zum Start über eine wirklich passable Quoten von mehr als vier Millionen Zuschauern freuen durften. Kein Wunder, dass sich Melanie nicht selbst beim „Bachelor“ beworben hat, sondern erst zweimal gefragt werden musste, bevor sie sich breitschlagen ließ. Inzwischen ist sie aber doch froh, dabei zu sein. So schnell kommt man ja nicht umsonst ins malerische Südafrika, wo eine schicke Villa auf Jan, die Wurstmacherin und all die anderen Damen wartete.

Auch Ihre Rolle scheint man ihr ziemlich exakt vorgegeben zu haben. Melanie soll offenbar der männermordende Vamp sein.

„Ich brauche einen richtigen Mann, der mich auch mal bremsen kann“, sagt Melanie jetzt. Ich hoffe, er ist der Richtige. Immerhin bin ich schon seit einem Jahr Single.“ Hoffentlich werden ihre Hoffnungen nicht bitter enttäuscht. Kurz vor dem Sendestart verbreitete sich das böse Gerüchte, der neue Rosenkavalier sei kurz vor Drehbeginn wieder mit seiner Exfreundin zusammengekommen. Er wäre nicht der erste „Bachelor“, dessen Auserwählte im wahren Leben nicht besonders lange aktuell bleibt.

Aber so weit ist Melanie noch lange nicht. Die ersten Tage mit den anderen Mädchen habe sie schon mal ganz gut überstanden, sagt sie. Dabei hasst sie doch Mädchengespräche, wie in http://www.sz-online.de/nachrichten/auch-brigitte-bardot-will-russin-werden-2476555.htmlihrem Vorstellungstext steht. „Mit den typischen Themen über Frisuren und Klamotten kann ich eben nicht viel anfangen. Da ist an mir ein großer Junge verloren gegangen. Ich hoffe, die Gespräche in der Villa werden mich auf Dauer nicht zu sehr nerven.“ Damit ist sie nicht allein.

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